Nürnberg - Meta führt mit WhatsApp Plus ein kostenpflichtiges Abo ein. Doch was bekommt man dafür - und was passiert, wenn man den Messenger weiterhin kostenlos nutzen will? Wir klären auf.

Rund drei Milliarden Menschen nutzen WhatsApp - bisher vollkommen kostenlos. Das soll so bleiben, zumindest im Grundsatz. Doch wer seiner App künftig ein bisschen mehr Farbe gönnen will, kann das bald gerne haben. Gegen Bezahlung, versteht sich: Meta, der Mutterkonzern des Messengers, führt mit WhatsApp Plus ein kostenpflichtiges Abo ein.

Seit Ende April 2026 läuft der schrittweise Rollout, zunächst für ausgewählte Android-Nutzer in der Beta-Version. Wer das Update bereits erhalten hat, findet in den WhatsApp-Einstellungen unter „Abos“ die neue Option. Der Preis: rund 2,49 Euro pro Monat, mit automatischer Verlängerung. Laut dem auf WhatsApp-Neuigkeiten spezialisierten Portal WABetaInfo könnte sich der Betrag noch ändern, sobald das Abo breiter ausgerollt wird.

Der Zusatznutzen ist bislang allerdings eher überschaubar. WhatsApp Plus bietet vor allem optische Extras: 18 neue Akzentfarben ersetzen das gewohnte Standard-Grün der App ersetzen - darunter Farbtöne wie Royal Purple, Forest Green oder Crimson Red. Dazu kommen 14 alternative App-Icons, von schlicht schwarz-weiß bis hin zu Glitzer-Finish oder einer sogenannten kosmischen Nebula-Optik. Außerdem lassen sich mit dem Abo bis zu 20 Chats anpinnen statt bisher nur drei, und für einzelne Kontakte können eigene Klingeltöne eingestellt werden. Neue Sticker-Pakete runden das Paket ab.

An den Kernfunktionen ändert sich nichts: Nachrichten, Sprachanrufe, Videochats und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleiben unberührt und kostenlos. Meta betont ausdrücklich, dass keine grundlegenden Funktionen hinter eine Bezahlschranke wandern sollen - zumindest vorerst.

Wann das Abo auch für iPhone-Nutzer verfügbar sein wird, hat Meta bislang nicht mitgeteilt. Ein konkreter Termin für den vollständigen Rollout steht ebenfalls noch aus.

Warum macht Meta das?

Hinter dem Schritt steckt eine handfeste Geschäftsstrategie. Meta erwirtschaftet nach wie vor rund 95 Prozent seiner Einnahmen durch Werbung - eine Abhängigkeit, die der Konzern seit Jahren reduzieren will. WhatsApp Plus ist dabei nur ein Baustein: Parallel dazu testet Meta unter dem Namen „Meta One“ weitere Abo-Modelle, die stärkere KI-Funktionen bündeln sollen. Meta-Produktchefin Naomi Gleit kündigte Ende Mai 2026 in einem Video an, dass auch Instagram und Facebook entsprechende Plus-Versionen erhalten werden, laut Tagesschau zu Preisen von rund 3,99 Dollar für Instagram und Facebook Plus.

Branchenbeobachter rechnen damit, dass künftige Versionen von WhatsApp Plus über reine Kosmetik hinausgehen und KI-Funktionen wie automatisierte Terminplanung oder Echtzeit-Übersetzungen einschließen könnten. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 soll der Rollout entsprechender Premiumfunktionen breiter anlaufen, so Analysten laut borncity.com.

Wer nicht zahlen will, muss sich vorerst keine Sorgen machen: Die kostenlose Version funktioniert weiterhin wie gewohnt. Ob das auf Dauer so bleibt, ist allerdings eine andere Frage.