
Es ist ein Vorfall, der - rein auf dem Papier zumindest - buchstäblich jeden Bundesbürger oder jede Bundesbürgerin in Deutschland treffen könnte. Wie die Verbraucherzentrale in einer aktuellen Warnmeldung bekannt macht, ist derzeit ein Schreiben in Umlauf, das im Namen der Bundesregierung verschickt worden sei. Die E-Mail trage demnach den Betreff „Wichtiger Hinweis: Sommer-Klimabeihilfe (Juni/Juli 2026) – Frist beachten“ und informiere über eine angebliche staatliche Sonderzahlung für Bürgerinnen und Bürger im Sommer 2026.
Verwiesen werde hier auf einen Regierungsbeschluss, mit dem finanzielle Belastungen aufgrund wetterbedingter Einflüsse durch eine staatliche Sonderzahlung abgefedert werden sollen. Für die angeblich steuerfreie Auszahlung, die nicht auf andere staatliche Leistungen angerechnet werde, sei zunächst ein Abgleich der Meldedaten und der steuerlichen Identifikationsnummer erforderlich.
Bei einer Verifizierung über den in der E-Mail enthaltenen Link solle der Betrag innerhalb weniger Werktage gutgeschrieben werden. An dieser Stelle sei direkt einmal gesagt: Eine solche Zahlung oder einen derartigen Beschluss hat es natürlich niemals Seitens der Politik gegeben. Es handelt sich hier um reine Abzocke. Aber auch weitere Anzeichen für Phishing seien hier gegeben: unseriöse Absenderadresse, Aufforderung zur Verifizierung persönlicher Daten über einen Link sowie die Aussicht auf eine staatliche Geldleistung.
Von Seiten der Expertinnen und Experten heißt es dazu wörtlich weiter: „Wir empfehlen Ihnen, solche E-Mails immer unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben und keinerlei Aufforderungen nachzugehen. Informationen zu staatlichen Leistungen sollten ausschließlich über die offiziellen Internetseiten der zuständigen Behörden geprüft werden.“
In sämtlichen Fällen gilt ganz allgemein: Keinesfalls darauf reagieren. Oft fragen sich auch Menschen, ob irgendetwas falsch gemacht wurde, weil man solche Spam-Nachrichten erhält. Hier kann man für Beruhigung sorgen.
Mittlerweile arbeiten Betrüger mit hochintelligenten Maschinen. Diese generieren in der Sekunde Hunderte Zahlenkombinationen – bis irgendwann eine echte Nummer zufällig herauskommt, die dann angeschrieben wird. Gleiches gilt in Sachen Buchstabenkombinationen und Mailadressen. Zudem könnte dein Kontakt auch in einem Datenleck aufgetaucht und dadurch in die Hände von Betrügern gelangt sein. Heißt im Klartext: Auch wenn du nicht auf „gefährlichen Seiten“ surfst, kann es dich mit einer Nachricht hier einmal treffen.
Solange du aber darauf nicht reagierst, kann dir auch nichts passieren. Gefährlich kann es erst dann werden, wenn du auf Links klickst und dort persönliche Daten wie Passwörter oder Kontonummern eingibst. Meist treten diese Spam-Mails alle zwei, drei Monate schubweise auf. Dann erhälst du mehrere Nachrichten auf ein paar Tage verteilt. Irgendwann hört der Spam dann wieder auf – bis eine künstliche Maschine in ein paar Monaten wieder zufällig bei deiner Telefonnummer beziehungsweise deiner Mailadresse herauskommt.
In einem Beispiel, das unserer Redaktion vorliegt, kam es gleich zu drei verschiedenen Nachrichten innerhalb weniger Tage. Auch hier hat der Empfänger einfach nicht darauf reagiert, beziehungsweise die Nachrichten über die SMS-Funktion sogar als Spam gemeldet. Vorteil: Nach einiger Zeit erkennt dein Telefon den Absender und leitet die Nachricht automatisch in den Spam-Ordner weiter, ohne dir die Nachricht extra zu pushen.
