Obernzenn - Ein Industrieunternehmen im mittelfränkischen Obernzenn steht vor dem Aus: Die Schunk Group kämpft mit sinkenden Umsätzen und wachsendem Wettbewerbsdruck aus Asien. Rund 50 Mitarbeitende sind betroffen.

Der Werkstoff- und Technologiekonzern Schunk stellt den Betrieb seiner Tochtergesellschaft Schunk Gerhard Carbon Technology GmbH (SGCT) im mittelfränkischen Obernzenn zum 31. Dezember 2026 ein. Als Gründe nennt das Unternehmen in einer Mitteilung vor allem anhaltenden Wettbewerbsdruck aus Asien sowie dauerhaft sinkende Umsätze im bisherigen Kerngeschäft.

Nach Angaben des Unternehmens haben sich die Marktbedingungen in dem Segment in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Produktion, Nachfrage und Wettbewerb hätten sich zunehmend nach Asien verlagert, insbesondere bei Anwendungen für Kleinst- und Mikromotoren. Ein hoher Exportanteil von rund 70 Prozent sowie neue Produktentwicklungen hätten diese Entwicklung nicht ausgleichen können. Seit 2019 sei der Umsatz um etwa 25 Prozent zurückgegangen, zeitweise sei zudem Kurzarbeit nötig gewesen.

Eine wirtschaftliche Erholung sei auch in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. Die Gesellschafter der Schunk Gerhard Carbon Technology GmbH haben daher entschieden, den Geschäftsbetrieb geordnet zum Jahresende 2026 zu beenden. „Nach sorgfältiger Prüfung aller Optionen ist klar: Auch mit Restrukturierungsmaßnahmen lässt sich keine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für den Geschäftsbetrieb schaffen“, sagt Gerhard Wulz, Geschäftsführer der Schunk Kohlenstofftechnik GmbH. Er spricht von einer „schwierigen, aber notwendigen Entscheidung.“

„Vorzeigeunternehmen“ stellt Betrieb ein: Knapp 50 Mitarbeitende betroffen

Das Unternehmen wurde 1969 gegründet und ist auf die Herstellung von Schleifkontakten, Kleinstkohlenbürsten und Baugruppen spezialisiert. Seit rund 30 Jahren ist es Teil eines Joint Ventures mit der Schunk Kohlenstofftechnik GmbH innerhalb der Schunk Group. Die Produkte wurden weltweit in der Industrie- und Automobilbranche eingesetzt. Am Standort in Obernzenn arbeiten derzeit rund 49 Beschäftigte, darunter drei Auszubildende.

„Über Jahre hinweg war die Firma ein erfolgreiches Vorzeigeunternehmen“, so der langjährige geschäftsführende Gesellschafter Andreas Gerhard. „Gleichzeitig gehört es zu unserer Verantwortung, die Realität der Märkte anzuerkennen – auch wenn die Konsequenz sehr schmerzhaft ist.“

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