Frankfurt/Main - Nach dem schmachvollen WM-Aus wird über den Bundestrainer diskutiert. Bleibt Julian Nagelsmann? Und wenn nicht, wer könnte den 38-Jährigen beerben? Eine Übersicht - von Jürgen Klopp bis Pep Guardiola.

Noch heißt der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann. Nach dem früheren WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay steht der 38-Jährige aber massiv in der Kritik. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigt an, nicht einfach „zur Tagesordnung“ übergehen zu können - doch wenn Nagelsmann gehen müsste, wer könnte denn überhaupt Bundestrainer?

Jürgen Klopp (59)

Der frühere Erfolgstrainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool war von vielen Fans auch schon gefordert worden, als Joachim Löw und Hansi Flick gehen mussten. Der vermeintliche Bundestrainer der Herzen und der DFB fanden bzw. passten bislang aber nie zusammen. Aktuell ist Klopp Head of Global Soccer bei Red Bull - und bei der WM als Experte für MagentaTV im Einsatz. Nach seinen Ambitionen gefragt sagte er, das sei „nicht der Moment. Es gibt dazu nichts zu sagen.“ Das war kein klares Dementi.

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Jürgen Klopp gilt als logischer Kandidat für den Bundestrainer-Posten. © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Thomas Tuchel (52)

Auch Tuchel war immer mal wieder als Bundestrainer der Zukunft gehandelt worden. Mit Borussia Dortmund, dem FC Chelsea und Paris Saint-Germain feierte er große Erfolge, mit dem FC Bayern nicht so sehr. Derzeit ist der frühere FIFA-Welttrainer als Nationaltrainer bei den Engländern angestellt, morgen geht es für die Three Lions gegen Außenseiter DR Kongo. Ein Scheitern würde wohl auch in England eine Trainerdebatte auslösen. Der Deutsche auf der Trainerbank wird auf der Insel traditionell eher kritisch gesehen.

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Thomas Tuchel trainiert bei der WM die Engländer. © Tom Weller/dpa

Sebastian Hoeneß (44)

Der Neffe von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat sich als Trainer des VfB Stuttgart einen exzellenten Ruf erarbeitet und wurde auch schon als künftiger Trainer des Rekordmeisters gehandelt. Dass der DFB sich in der Bundesliga umschaut, erscheint nur logisch. Der aktuelle Bayern-Trainer, Vincent Kompany (40), scheint mit seinem Vertrag bis 2029 praktisch nicht verfügbar. Hoeneß‘ Vertrag bei den Schwaben, die er 2025 zum Pokalsieg geführt hatte, läuft zwar auch noch bis 2028. Aber was, wenn der DFB in höchster Not anruft? VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB GmbH & Co. KG.

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Sebastian Hoeneß hat sich einen exzellenten Ruf erarbeitet. © Sebastian Gollnow/dpa

Oliver Glasner (51)

Der Österreicher wäre der erste Ausländer im Bundestrainer-Amt. Eintracht Frankfurt hatte Glasner 2022 zum Europa-League-Titel geführt, mit Crystal Palace gewann er in diesem Jahr die Conference League. Seine Zeit bei den Engländern beendete er in diesem Sommer von sich aus, wäre also frei. Eventuell müsste sich der DFB beeilen - Glasners Name wird auch bei den ebenfalls früh bei der WM gescheiterten Niederländern gehandelt.

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Oliver Glasner holte internationale Titel. © Robert Michael/dpa

Pep Guardiola (55)

DFB, oder nix? Der Übertrainer des vergangenen Jahrzehnts, der als Spanier auch eine Premiere im Amt wäre, feierte im Sommer einen tränenreichen Abschied von Manchester City. Nach dem FC Barcelona und dem FC Bayern, wo er einst legendär den Kauf von Mittelfeldspieler Thiago gefordert hatte („Thiago, oder nix“), hatte er die Engländer durch eine Erfolgsära geführt. Der 55-Jährige will bei seinen Stationen immer das Maximale erreichen, eine Nationalmannschaft hat er noch nicht trainiert.

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Pep Guardiola ist der Übertrainer der vergangenen Jahre. © Alastair Grant/AP/dpa