Foxborough - Ex-Nationalspieler Sami Khedira zeigt sich „erschüttert“ über das nächste frühe Turnier-Aus der Deutschen. Nach Meinung des 39-Jährigen hat es auch mit einem „Ausbildungsthema“ zu tun.

Ex-Nationalspieler Sami Khedira führt die Reihe von enttäuschenden deutschen Ergebnissen bei den großen Fußball-Turnieren auch auf die Nachwuchsarbeit zurück. „Wir dürfen die Spieler und Kinder nicht nur in Watte packen und sagen, das Gewinnen ist nicht mehr wichtig und nur die perfekte Technik zählt“, sagte der Weltmeister von 2014 im Podcast des „Waiblinger Zeitungsverlags“ und sprach von einem „Ausbildungsthema“.

Auf dem „absoluten Topniveau“ brauche es „die Kombination aus Mentalität, Führungsqualitäten und natürlich Technik, Pass- und Abschlussfähigkeiten“, erklärte Khedira. „Mir fehlen aktuell die Leader, die wir nicht in dem Ausmaß haben. Und das spiegelt sich in Spielen wie gegen Paraguay wider.“

Die DFB-Auswahl hatte bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko am Montag schon im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen gegen Paraguay verloren. 2018 in Russland und 2022 in Katar war sie sogar bereits in der Vorrunde gescheitert.

Fußball, Männer: WM, Deutschland - Paraguay, Final
Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem WM-Aus gegen Paraguay. © Tom Weller/dpa

„Letzte beide Spiele sehr erschreckend“

„Ich bin sehr erschüttert über das Ausscheiden“, sagte Khedira. Es sei aber „die Quittung für die letzten Jahre“, so der frühere Mittelfeld-Star. „Nach dem guten Start gegen Curaçao und der kämpferisch starken Leistung gegen die Elfenbeinküste waren die letzten beiden Spiele sehr erschreckend.“ Zum Abschluss der Gruppenphase hatte Deutschland gegen Ecuador verloren.

Weder ein Spieler noch der Bundestrainer seien allein verantwortlich für das frühe WM-Aus in Foxborough bei Boston, meinte Khedira. Coach Julian Nagelsmann trage aber „eine Mitschuld“, so der 39 Jahre alte Ex-Profi, der zudem festhielt: „Aktuell reicht es einfach nicht für die Weltklasse.“

An Partien wie gegen das kämpferisch starke Paraguay sehe man, dass es nicht nur technisch perfekt ausgebildete Spieler, sondern eben auch „ein Stück weit noch die alten Tugenden“ brauche. „Leidenschaft und die Gier, bis ins letzte Detail alles rauszuholen“, seien „absolute Basics“, sagte Khedira. Man müsse mitunter „so leiden, dass es einem auch mal selbst richtig weh tut“.