Berlin - Eine neue Betrugsmasche hat aktuell potenziell Millionen von Steuerzahlern in Deutschland im Visier. Wir erklären, wie du dein Geld jetzt schützen kannst.

Derzeit geht eine Meldung um, die sich potenziell Millionen von Steuerzahlern in Deutschland zum Opfer machen will. Wie die Verbraucherzentrale in einer aktuellen Warnmeldung bekannt macht, ist derzeit ein Schreiben in Umlauf, das angeblich im Namen des Finanzamtes verschickt worden sei. Unter dem Betreff „Ihre Steuererstattung 2026 steht zur Auszahlung bereit“ seien derzeit vermehrt Phishing-Mails im Umlauf, die angeblich von ELSTER stammen. Besonders fies: Gerade jetzt um diese Jahreszeit beschäftigen sich Millionen Menschen in Deutschland zwangsweise mit dem Thema Steuererklärung. Hier versuchen Kriminelle offenbar ganz bewusst, Profit daraus zu schlagen und Menschen um ihr Erspartes zu bringen.

Dabei werde auf eine neue Nachricht im Mein-ELSTER-Postfach verwiesen, die einen Steuerbescheid sowie eine angeblich zur Auszahlung bereitstehende Steuererstattung enthalten soll. Für den Abruf der Unterlagen werde auf einen in der E-Mail enthaltenen Link verwiesen. Zudem falle auf, dass die E-Mails inhaltlich identisch aufgebaut sein und jeweils auf dieselbe Nachricht im Mein-ELSTER-Postfach verweisen (u. a. mit demselben Erstattungsbetrag).

Aber auch weitere Anzeichen für Phishing seien hier gegeben: unpersönliche Anrede („Sehr geehrte/r Steuerzahler/in“), unseriöse Absenderadresse, Aussicht auf eine Steuererstattung sowie die Aufforderung zum Aufruf eines Links. Von Seiten der Expertinnen und Experten heißt es hierzu wörtlich weiter: „Wir empfehlen Ihnen, solche E-Mails immer unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben und keinerlei Aufforderungen nachzugehen. Falls Sie Mein ELSTER nutzen, prüfen Sie entsprechende Hinweise ausschließlich über die offizielle Internetseite oder die bekannten Zugangswege des Portals.“

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<p>Vor dieser Mail wird aktuell gewarnt.</p> © https://www.verbraucherzentrale.de

In sämtlichen Fällen gilt ganz allgemein: Keinesfalls darauf reagieren. Oft fragen sich auch Menschen, ob irgendetwas falsch gemacht wurde, weil man solche Spam-Nachrichten erhält. Hier kann man für Beruhigung sorgen.

Mittlerweile arbeiten Betrüger mit hochintelligenten Maschinen. Diese generieren in der Sekunde Hunderte Zahlenkombinationen – bis irgendwann eine echte Nummer zufällig herauskommt, die dann angeschrieben wird. Gleiches gilt in Sachen Buchstabenkombinationen und Mailadressen. Zudem könnte dein Kontakt auch in einem Datenleck aufgetaucht und dadurch in die Hände von Betrügern gelangt sein. Heißt im Klartext: Auch wenn du nicht auf „gefährlichen Seiten“ surfst, kann es dich mit einer Nachricht hier einmal treffen.

Solange du aber darauf nicht reagierst, kann dir auch nichts passieren. Gefährlich kann es erst dann werden, wenn du auf Links klickst und dort persönliche Daten wie Passwörter oder Kontonummern eingibst. Meist treten diese Spam-Mails alle zwei, drei Monate schubweise auf. Dann erhälst du mehrere Nachrichten auf ein paar Tage verteilt. Irgendwann hört der Spam dann wieder auf – bis eine künstliche Maschine in ein paar Monaten wieder zufällig bei deiner Telefonnummer beziehungsweise deiner Mailadresse herauskommt.

In einem Beispiel, das unserer Redaktion vorliegt, kam es gleich zu drei verschiedenen Nachrichten innerhalb weniger Tage. Auch hier hat der Empfänger einfach nicht darauf reagiert, beziehungsweise die Nachrichten über die SMS-Funktion sogar als Spam gemeldet. Vorteil: Nach einiger Zeit erkennt dein Telefon den Absender und leitet die Nachricht automatisch in den Spam-Ordner weiter, ohne dir die Nachricht extra zu pushen.