Nürnberg - Wer beim Supermarkt Brötchen aus der Backstation holt, kennt die Tüten mit dem kleinen Sichtfenster aus Plastik. Aber wohin damit zuhause? Kunden sind oft unsicher – die Antwort überrascht.

Blaue Tonne, Gelbe Tonne oder Restmüll? Diese Alltagsfrage stellt sich bei Bäckertüten mit transparentem Sichtfenster aus dem Supermarkt. Die Tüte selbst besteht aus Papier – aber dieses Plastikfenster irritiert viele Menschen beim Mülltrennen. Die Verbraucherzentrale Bayern gibt auf nordbayern.de-Anfrage eine klare Empfehlung.

Bäckertüte mit Sichtfenster: In welchen Müll sie grundsätzlich kommt

Der Grund für die Unsicherheit ist berechtigt: Das Sichtfenster einer Bäckertüte besteht aus Kunststoff – und der Anteil ist größer als viele denken. Er kann laut Verbraucherzentrale Bayern bis zu über 40 Prozent der gesamten Tüte ausmachen. Damit das Papier unproblematisch recycelt werden kann, lautet die Empfehlung der Verbraucherzentrale daher: erst das Plastikfenster heraustrennen und über die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack entsorgen. Die Papiertüte ohne Fenster kommt dann in die blaue Tonne.

Nicht bei jeder Tüte lässt sich das Sichtfenster einfach herauslösen. Gelingt es nicht, empfehlen die Freie Universität Berlin in ihrem „Abfall-ABC“ und die Verbraucherzentrale NRW trotzdem die blaue Tonne: Beim Recycling werde das Papier zu einem Brei aufgeschlossen, die Folie schwimme oben auf und werde ausgesiebt. Der NABU rät in diesem Fall ebenfalls zur blauen Tonne – weist aber darauf hin, dass der hohe Kunststoffanteil im Recyclingprozess verloren geht.

Verschmutzte Bäckertüte? Ab in den Restmüll

Hier gilt eine wichtige Ausnahme: Ist die Tüte mit Butter, Aufschnitt oder Ähnlichem verschmutzt, darf sie nicht ins Altpapier. Fettige oder stark verunreinigte Papiere – egal ob Pizzakarton oder Bäckertüte – gehören dann in den Restmüll. Das gilt grundsätzlich für alle verschmutzten Papiere.

So macht es die ASN für Nürnberg: Auch Briefumschläge mit Fenster kommen ins Altpapier

Einen hilfreichen Hinweis gibt die Abfallwirtschaft der Stadt Nürnberg (ASN): In ihrer offiziellen Übersicht zur Abfalltrennung ordnet sie Briefumschläge mit Sichtfenster ausdrücklich der Altpapiertonne zu. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Bäckertüte. Wer in Nürnberg weitere Fragen zur Mülltrennung hat, findet Infos unter asn.nuernberg.de.

Kurz zusammengefasst: So wird die Bäckertüte richtig entsorgt

Sichtfenster heraustrennen und in die Gelbe Tonne, Papiertüte in die blaue Tonne. Lässt sich das Fenster nicht abtrennen, kommt die ganze Tüte ins Altpapier. Ist die Tüte fettig oder verschmutzt: Restmüll. Und wer das Problem grundsätzlich umgehen möchte: Mit einer mitgebrachten Stofftasche spart man bei jedem Einkauf von Brot, Brezen und Co. Einwegtüten – angesichts von jährlich fast 30.000 Tonnen Abfall durch Einwegtüten für Backwaren in Deutschland ein lohnender Beitrag.