Nürnberg - Nach der Hitze folgte das Unwetter: Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und zahlreiche Einsätze beschäftigen Einsatzkräfte in Franken. Am Abend gibt der Deutsche Wetterdienst nun Entwarnung.

Pünktlich zum kalendarischen Sommerbeginn bleibt es in Bayern hochsommerlich heiß. Doch die Hitze zeigte schon im Laufe des Sonntags ihre Kehrseite: Über Franken und die Oberpfalz zogen teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen hinweg.

In mehreren Regionen kam es bereits am Nachmittag zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. Besonders betroffen war Zirndorf im Landkreis Fürth, hier wurde durch die starken Regenmassen in kürzester Zeit die Unterführung an der Fürther Straße überflutet. Ein Auto blieb in den Wassermassen stecken, wie die Nachrichtenagentur News5 berichtet. Fotos von der Einsatzstelle zeigen eine komplett unter Wasser stehende Unterführung, die zeitweise unpassierbar war.

Auch in umliegenden Gemeinden kam es zu Schäden. In Oberasbach fiel laut Einsatzkräften ein Baum auf ein geparktes Auto, zudem wurden zahlreiche Äste auf Straßen geweht und Gullydeckel aus ihren Fassungen gedrückt. In Windsbach liefen mehrere Keller voll. In der Gemeinde Memmelsdorf (Landkreis Bamberg) entwickelte sich am Nachmittag ebenfalls ein heftiges Unwetter das für überflutete Straßen sorgte. Bis zu vier Zentimeter große Hagelbrocken gingen dort zu Boden. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks mussten Polizei und Feuerwehr in der Region zu zahlreichen wetterbedingten Einsätzen ausrücken.

Schwere Gewitter ziehen über Franken - DWD warnt weiterhin

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits seit dem Mittag vor teils kräftigen Gewittern in Franken und der Oberpfalz gewarnt. Im Laufe des Nachmittags wurden die Warnungen mehrfach angepasst und zuletzt bis 21 Uhr verlängert. Zwischenzeitlich galt in mehreren Landkreisen - darunter auch im Nürnberger Land, in Fürth oder im Landkreis Erlangen-Höchstadt - sogar die zweithöchste Warnstufe vor schwerem Gewitter.

Zuletzt hatte der DWD noch bis zum späteren Abend für die Landkreise Kronach, Coburg, Lichtenfels, Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim sowie Ansbach und Cham gewarnt, mittlerweile geben die Wetter-Experten allerdings Entwarnung.

Auch weiterhin warnt der DWD bayernweit allerdings vor einer starken Wärmebelastung. Die Hitze bleibe in der kommenden Woche ein zusätzlicher Belastungsfaktor, insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen. Am Montag wird erneut eine starke Wärmebelastung erwartet, begleitet von einzelnen weiteren Gewittern, so der Deutsche Wetterdienst.

So verhalten Sie sich bei Gewitter richtig

Wer von einem Gewitter überrascht wird, sollte möglichst schnell Schutz in einem festen Gebäude oder im Auto suchen. Der Verband der Elektrotechnik (VDE) warnt: Liegen zwischen Blitz und Donner zehn Sekunden oder weniger, besteht akute Lebensgefahr, so die Deutsche Presse-Agentur.

Ist kein sicherer Unterstand erreichbar, empfehlen Experten:

  • Abstand zu alleinstehenden Bäumen, Masten, Zäunen und Gewässern halten.
  • In einer Mulde oder Senke in die Hocke gehen, die Füße eng zusammenstellen.
  • In Gruppen Abstand voneinander halten.
  • Fahrräder, Regenschirme oder andere Metallgegenstände einige Meter entfernt ablegen.

Erst wenn mindestens 30 Minuten lang kein Donner mehr zu hören ist, gilt ein Gewitter als vorüber, so die dpa.

Dieser Artikel wurde zuletzt am Sonntag um 21.15 Uhr aktualisiert.