
Der Sommer hat viele schöne Seiten, doch bei Hitze sehnt man sich schon mal nach Abkühlung, vor allem, wenn sich die warme Luft in den eigenen vier Wänden staut. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sieht spätestens ab einer Raumtemperatur von 32 Grad und mehr tagsüber und 24 Grad und mehr nachts Handlungsbedarf. Wir zeigen dir, wie du für etwas Abkühlung in deinem Heim sorgen kannst.
Zur richtigen Zeit Lüften
Das Wirkungsvollste, das du tun kannst, um die eigenen Räumlichkeiten zu erfrischen, ist lüften. Am besten, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Lüfte deshalb in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.
Umstritten ist die Frage, ob auch tagsüber gelüftet werden sollte. "Erst wenn es draußen kühler ist als in der Wohnung, ist Lüften zu empfehlen", schreibt etwa das Bundesgesundheitsministerium. Unter anderem der Meteorologe Jörg Kachelmann hält den Tipp jedoch für gefährlich. "Der entscheidende Faktor beim Hitzetod ist nicht die Temperatur, sondern die Luftfeuchtigkeit, die bei völliger Windstille in der behördlich geforderten Todeszelle nicht abgeführt werden kann", sagte Kachelmann dem Tages-Anzeiger.
Abzuraten ist in jedem Fall davon, in einem kühlen Luftzug zu schlafen: Denn bei einem ausgedehntem Genuss der Brise auf der Haut kann man sich verkühlen, auch im Sommer.
Sperren Sie die Sonne aus
Hast du schon Mal in Südeuropa Urlaub gemacht? Dort sind die Fensterläden geschlossen, damit die Sonnenstrahlen nicht auf die Fenster treffen. Ein heruntergelassenes Rollo hat den gleichen Effekt. So verhinderst du, dass die Sonnenstrahlen die Innenräume aufheizen. Bleiben die Fenster dahinter offen, kann die Luft in der Wohnung zirkulieren, das wirkt sich positiv auf Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt aus.
Wer über Balkon oder Terrasse verfügt, kann anderweitig von außen für Verschattung sorgen: durch Sonnenschirme in unterschiedlichen Größen oder Formen, Markisen oder Sonnensegel. Achte zum eigenen Sonnenschutz im Außenbereich auch auf ausreichende UV-Schutz-Werte der Materialien (UPF lautet hier die Abkürzung für Ultraviolet Protection Factor).
Wärmequellen abschlaten
Sobald du dafür gesorgt hast, dass heiße Luft und Sonnenstrahlen draußen bleiben, kannst du überflüssige Wärmequellen im Inneren der Wohnung ausschalten. Schließlich produzieren Elektrogeräte auch Wärme und da die Fenster zu sind, heizen sie die Innenräume unnötig auf. Muss der Bildschirm wirklich eingeschaltet sein? Ein Kühlschrank produziert zwar auch Wärme, diesen solltest du aber besser eingeschaltet lassen.
Und auch ein weiteres elektronisches Gerät ist erlaubt: Ein Ventilator kann den Sommer in den eigenen vier Wänden durchaus erträglicher machen - wenn er korrekt eingesetzt wird. Regel Nummer eins: Abstand halten, vor allem mit langen Haaren. Regel Nummer zwei: Nicht ständig direkt anpusten lassen.
Abgekühlte Nachtruhe
Hitze kann vor allem nachts zur Belastung werden. Wenn ein weit geöffnetes Schlafzimmerfenster nicht für eine erträgliche Temperatur ausreicht, ist vielleicht vorübergehendes Nächtigen in einem weniger aufgeheizten Raum eine Option, zum Beispiel ein Stockwerk tiefer falls möglich, oder am anderen Ende der Wohnung.
Um die Schlafstätte abzukühlen, kannst du auch eine Wärmflasche umfunktionieren. Diese ist nicht nur dafür geeignet, im Winter schon mal das Bett anzuwärmen. Sie kann es auch "ankühlen", wenn du sie mit (nicht allzu) kaltem Wasser befüllst. Zusätzlich sollte Sommer-Bettzeug aus leichten Baumwoll- oder Leinen-Stoffen bestehen.
Keine gute Idee ist es, aus Überhitzung und Verzweiflung vor dem offenen Kühlschrank zu sitzen oder gar zu schlafen. Je länger das Gerät vorne offensteht, umso mehr heiße Luft gibt es nach hinten ab. Trotzdem kann man es zur nächtlichen Abkühlung nutzen: Lege eine Stunde vor dem Zubettgehen deine Bettwäsche hinein. Zwischen Joghurt und Salat wird sie eine angenehme Schlaftemperatur annehmen.