Nürnberg - Silberfische im Bad oder in der Küche sind ungebetene und störende Gäste. Woher kommen sie eigentlich und wie wird man sie schnellstmöglich wieder los?

Silberfische halten sich gerne in warmen Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit auf. Eine typische Situation: Man schaltet einem dunklen Raum das Licht ein und sieht auf dem Boden oder auch den Wänden Tierchen davonhuschen.

Woher die Silberfische kommen, wie genau sie aussehen und wie man sie wieder loswird, liest du hier.

Was genau sind Silberfische?

Silberfische (Lepisma saccharina) sind Schädlinge, deren lateinischer Name frei mit „Zuckergast“ übersetzt werden kann. Die Silberfische sind silberfarbene Insekten, welche sechs Beine und fünf Fühler haben (zwei vorne und drei hinten). Der Rumpf der Tierchen ist circa einen Zentimeter groß. Durch den Schwanz, die Sinnesorgane und Fühler verdoppelt sich die Gesamtlänge der Schädlinge, sodass sie mit bloßem Auge leicht erkannt werden können.

Silberfische sind nachtaktiv, sodass der Befall erst spät erkannt wird. Besonders im Winter erwischt man sie häufig morgens, wenn man im dunklen Zimmer das Licht einschaltet. Die Schädlinge bleiben übrigens nicht nur für eine kurze Zeit ein ungebetener Gast in den eigenen vier Wänden. Denn Silberfische können bis zu acht Jahre alt werden.

Man sollte darauf achten, dass man Silberfische nicht mit Papierfischen verwechselt. Papierfische werden etwas größer und sind behaart, während Silberfische einen glatten, glänzenden Oberkörper haben. Zudem sind die „Fühler“, also Antenne und Schwanz, beim Papierfischchen länger als beim Silberfischchen. Papierfischen ernähren sich von Papier und Pappe und können große Schäden anrichten, indem sie wichtige Dokumente oder Unterlagen anfressen.

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Ein Papierfischchen erkennt man bei genauem Hinsehen am behaarten Körper. © imago/blickwinkel

Ursachen für den Silberfischbefall

Die Ursachen für einen Silberfischbefall sind vielfältiger Natur. Im Folgenden gibt es eine Liste mit möglichen Ursachen für einen Silberfischbefall. Dabei kommen diese immer an Orten vor, an denen sie sich besonders wohl fühlen und bevorzugte Nahrungsquellen finden:

  • Ein Schimmelbefall bietet die besten Lebensbedingungen für Silberfische. Hier können sie sich optimal ernähren und fortpflanzen. Wer Silberfische in der Wohnung findet, sollte deswegen genau prüfen, ob Schimmel vorliegt.
  • Eine hohe Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent und Raumtemperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius bilden das ideale Klima für Silberfische.
  • Hausstaubmilben, Hautschuppen und Haare dienen in der Wohnung als Nahrungsquelle für die Silberfische.
  • Kleine Spalten und Ritzen sowie undichte Fugen dienen als gute Verstecke.

Silberfische bekämpfen: Diese Mittel helfen

Bevor man einen teuren Kammerjäger beauftragt, kann man zuerst einfache Maßnahmen ergreifen, um die Schädlinge zu beseitigen. In vielen Fällen reichen schon bekannte Hilfsmittel und Tricks, um die Silberfische loszuwerden

  • Backpulver: Backpulver im Verhältnis von 1:1 mit Zucker vermengen und als Lockmittel benutzen. Die Silberfische vertragen das Backpulver nicht und sterben infolgedessen.
  • Klebefallen: Ein mit Honig beschmiertes Papier über Nacht auf den Boden legen. Das macht man an allen Stellen, an denen man Laufwege der Silberfische vermutet. Am nächsten Tag kann die Falle mitsamt den Insekten entsorgt werden. Alternativ gibt es in Drogerien oder auch online spezielle Klebefallen für Insekten.
  • Ritzen behandeln: Silberfische meiden den Geruch von Essig, Zitronensaft und Lavendelöl. Wenn man diese starken Düfte auf alle Ritzen versprüht, in denen man den Rückzugsort der Tierchen vermutet, schreckt man diese von der Nutzung ab.
  • Feuchter Lappen: Ein feuchter Lappen auf dem Boden lockt die Insekten an. Man kann diesen am nächsten Tag einfach im Freien ausschütteln.
  • Kartoffeln: Kartoffeln eignen sich hervorragend als Köder, da die Tiere gerne Stärke fressen. Dafür halbiert man eine rohe, ungeschälte Kartoffel und kerbt diese etwas ein. Anschließend legt man sie mit der aufgeschnittenen Seite nach unten auf ein Stück Pappe. Am nächsten Morgen kann man die hineingekrochenen Silberfische mitsamt Kartoffel und Pappe entsorgen.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch Köder und Fallen zum Kauf. Dabei unterscheidet man drei unterschiedliche Typen:

  • Köderdosen kauft man meist im Set, weil man pro zehn Quadratmeter ein bis zwei Dosen braucht. Diese stellt man auf typische Laufwege und nahe der vermuteten Nester. Sie enthalten einen Lockstoff, der Silberfische anzieht. Wenn sie davon fressen, sterben sie einige Tage später in ihren Verstecken. Die Köder halten meist etwa drei Monate. Das Gift ist so im Inneren der Dose angebracht, dass Haustiere nicht daran kommen sollten.
  • Sprays und Gele sind teurer in der Anschaffung als ein Handvoll-Köderdosen, sind aber auch ergiebiger. Sprays sprüht sie auf Ritzen und Spalten, in denen man Silberfische vermutet. Zudem kann man auch Laufwege einsprühen. Dann lüftet man das Zimmer.
    Der Vorteil ist: Man kommt mit dem Spray nahezu überall hin und kann viele vermutete Verstecke abdecken. Der Nachteil ist: Das Spray ist giftig, deshalb sollte man den Sprühnebel nicht einatmen und auch den Hautkontakt damit vermeiden. Katzen dürfen keinen Kontakt zu den besprühten Flächen haben. Wenn man keine Haustiere hat und den Befall mit Köderboxen nicht weg bekommt, kann sich der Kauf eines Sprays lohnen.
    Gele tropft man, statt zu sprühen. Hier muss man anschließend nicht lüften, aber auch darauf achten, dass keine Kinder und Haustiere in die behandelten Räume kommen.

  • Leimfallen funktionieren ähnlich wie Köderfallen, aber ohne Gift. Man legt sie in die Laufwege und wartet darauf, dass Silberfische auf ihnen kleben bleiben. Damit kann man meist den Befall reduzieren, aber nicht beseitigen. Leimfallen eignen sich aber gut als unterstützende Maßnahme.

Silberfische im Haus: Wie kann man vorbeugen?

Um den Silberfischen keinen Wohlfühlort zu bieten, ist regelmäßiges Lüften Pflicht. Die Bewohner sollten zwei bis dreimal am Tag für mindestens fünf Minuten in jedem Zimmer die Fenster öffnen. Dabei wird das sogenannte Querlüften empfohlen. Wenn das gegenüberliegende Fenster ebenfalls geöffnet ist, entweicht die feuchte Luft noch schneller. Dies sorgt für eine optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Ein eher trockenes Raumklima führt dazu, dass sich die Silberfische nicht mehr wohlfühlen.

Frisch gewaschene Wäsche lässt man bestenfalls immer im Freien trocknen, damit die Raumluft innen nicht zu feucht wird.

Um Silberfischen vorzubeugen, sollten Bewohner zudem mögliche Rückzugsorte der Schädlinge beseitigen. Dazu gehören beispielsweise lose Tapeten, offene Ritzen in Böden oder Fugen. Diese sollten mit Fugenspachtel oder Silikon verschlossen werden. Die Hausbewohner sollten zudem die gesamte Wohnung auf Schimmelbefall untersuchen und einen eventuellen Befall umgehend behandeln.

Haare und Hautschuppen sollte man durch ein regelmäßiges und feuchtes Wischen entfernen. Staub und Krümel sollten häufig weggesaugt werden.

Wie findet man das Nest der Silberfische?

Die Tierchen sind nachtaktiv und meiden die Helligkeit, weshalb sich ihre Verstecke häufig tief in den Spalten und Ritzen im Gebäude befinden. Sie suchen Schutz in Tapeten, Fugen, Schlitzen oder defekten Rohren. Kleine Löcher reichen ihnen. Silberfische können an rauen Tapeten und Holzbeinen in die Höhe laufen. Somit können sie sich auch im Innenleben eines ausziehbaren Tisches oder woanders in luftiger Höhe verstecken.

Jedes Weibchen legt bis zu 100 Eier. Rund 30 Tage später schlüpfen die Nachkommen und sind bereits nach circa vier Monaten ausgewachsen.

Um das Nest der Silberfische zu finden, ist somit eine gezielte Suche notwendig. Am besten wartet man, bis es völlig dunkel ist. Dann schaltet man das Licht an und beobachtet, wohin die Tierchen fliehen. Einige werden sich verstecken, andere werden direkt in ihr Nest flüchten.

Typische Verstecke:

  • kaputten Fugen
  • Risse in Wänden
  • hinter Sockelleisten
  • hinter der Badewanne
  • hinter Küchenschränken
  • hinter losen Tapeten

Sind Silberfische gefährlich für die Gesundheit?

Silberfische sind nicht schädlich für Menschen oder Haustiere. Aus medizinischer Sicht sind die Insekten harmlos und übertragen keinerlei Krankheiten. Dennoch ist ein gezieltes Vorgehen gegen die Tierchen aus hygienischen Gründen angebracht. Schließlich möchte wohl niemand, dass sich Silberfische in der Dusche oder in der Küche tummeln.

Zudem sind Silberfische ein Warnsignal für einen mögliches Feuchtigkeitsproblem oder sogar einen Schimmelbefall.