Oslo - Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat sich am Rikshospitalet in Oslo erfolgreich einer Lungentransplantation unterzogen. Das gab der norwegische Königshof bekannt.

Es war eine Nachricht, auf die viele Menschen in Norwegen und weit darüber hinaus gewartet hatten: Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat eine Spenderlunge erhalten und sich am Rikshospitalet in Oslo erfolgreich einer Lungentransplantation unterzogen. Das bestätigte der norwegische Königshof offiziell. Weitere Details zur Operation nannte der Hof zunächst nicht, denn in Norwegen ist es gesetzlich verboten, Informationen zu veröffentlichen, die eine Verbindung zwischen Spender und Empfänger eines Organs herstellen könnten.

Bereits seit Jahren leidet Mette-Marit an einer seltenen Variante der Lungenfibrose - einer unheilbaren Erkrankung, bei der das Lungengewebe zunehmend vernarbt und verhärtet. Die genauen Ursachen dieser speziellen Verlaufsform sind nach Angaben ihrer Ärzte weitgehend unbekannt, ein Zusammenhang mit ihrem Lebensstil oder Umweltfaktoren gilt jedoch als unwahrscheinlich. Zuletzt hatte sich Ihr Zustand deutlich verschlechtert: Ende Januar 2026 teilte der Königshof mit, dass eine Transplantation unausweichlich sei. Am 5. Juni 2026 folgte die offizielle Bestätigung, dass Mette-Marit auf die Warteliste für ein Spenderorgan gesetzt worden war.

Eine Operation mit Risiken

Eine Lungentransplantation gehört zu den anspruchsvollsten Eingriffen der modernen Medizin. Laut Mette-Marits behandelndem Arzt am Rikshospitalet überlebt etwa jeder achte Patient das erste Jahr nach der Operation nicht. Gleichzeitig betonten die Ärzte, dass die Mehrheit der Eingriffe erfolgreich verläuft und viele Patienten anschließend wieder ein weitgehend normales Leben führen können.

Dass die Kronprinzessin überhaupt so weit gekommen ist, haben nach Einschätzung von Medizinern unter anderem die frühe Diagnose und die konsequente Behandlung begünstigt. Das Rikshospitalet ist das einzige Krankenhaus in Norwegen, das Lungentransplantationen durchführt.

Mette-Marits Fall hatte in Norwegen zuletzt auch eine unerwartete Nebenwirkung: Nachdem bekannt geworden war, dass sie auf die Warteliste für eine Transplantation gesetzt worden war, erlebte das Land einen spürbaren Anstieg bei den Organspende-Registrierungen.