
„Ich glaube, jeder der Jungs, die da sind, hat das gleiche Ziel, und das ist: Weltmeister werden“, sagte Angreifer Deniz Undav im Teamquartier in Winston-Salem vor der Abreise nach Texas. Dort wird es am Sonntagabend um 19 Uhr deutscher Zeit erstmals ernst für die Nagelsmann-Elf: Im NRG Stadium in Houston trifft der viermalige Titelträger auf Caracao, Nummer 82 der Weltrangliste. Nach den unrühmlichen Auftaktniederlagen in den vergangenen beiden Endrunden - 0:1 gegen Mexiko 2018 und 1:2 gegen Japan 2022 - tut die DFB-Elf allerdings gut daran, den Inselstaat nicht zu unterschätzen.
Die Ausgangslage
Nichtsdestotrotz ist die Ausgangslage schnell erzählt: Alles andere als ein souveräner Erfolg der deutschen Mannschaft käme einer Enttäuschung gleich. Zu groß sind die Qualitätsunterschiede zwischen beiden Nationen, die erstmals aufeinandertreffen. Auch vor dem Hintergrund der weiteren Gruppengegner sollte sich die Nationalelf besser keine Blöße geben: Sowohl die Elfenbeinküste als auch Ecuador fallen in eine andere Gewichtsklasse als der deutsche Auftaktgegner. Den Grundstein für das Weiterkommen können Kimmich, Wirtz und Co. allerdings schon gegen Curacao legen. Bereits ein einzelner Sieg würde das Tor zur K.O.-Phase weit aufstoßen - der Turnieraufstockung auf 48 Nationen sei Dank.
Der Gegner
Diese wiederum erleichtert es auch eher kleinen Fußballnationen, sich für die WM-Endrunde zu qualifizieren. Zum ersten Mal tritt Curacao auf der größten Bühne des Weltfußballs an, nachdem man im November 2025 sensationell das WM-Ticket gebucht hat. Mit lediglich 160.000 Einwohnern gilt der in der Karibik gelegene Inselstaat als kleinste Nation, der dieses Kunststück bisher gelang.
Aus sportlicher Sicht ergibt sich daraus freilich eine krasse Außenseiterrolle. Schon die Teilnahme am Turnier ist eine faustdicke Überraschung, jeder weitere (Teil-)Erfolg wäre eine mindestens ebenso große. Im Normalfall aber wird der Underdog in Gruppe E nach der ersten Turnierphase die Segel streichen müssen. Es sei denn, Trainer-Urgestein Dick Advocaat und seiner Mannschaft, die sich zum Großteil aus Akteuren mit niederländischen Wurzeln zusammensetzt, gelingt die nächste Sensation.
Der Schlüssel
In der finalen Qualifikationsrunde blieb der WM-Neuling in vier von sechs Partien ohne Gegentor. Dass man auch gegen Deutschland auf das eher riskante Mann-gegen-Mann-Pressing setzt, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Für die deutsche Mannschaft wird es ohnehin darauf ankommen, das eigene Spiel aufzuziehen und die individuelle Stärke auf den texanischen Rasen zu bringen. In diesem Fall wird sich Curacao kaum als Stolperstein entpuppen. Hinter - mal mehr, mal weniger - vorgehaltener Hand rechnen Experten mit einem klaren Erfolg, bei dem die DFB-Auswahl reichlich Selbstvertrauen für die hinterher anstehenden Aufgaben tanken kann.
Das Personal
Viel wurde über den Ausfall von Bayern-Shootingstar Lennart Karl geschrieben, noch mehr von der Rolle rückwärts im deutschen Tor, das erneut Manuel Neuer hüten wird. Lässt man das bittere Turnier-Aus Karls außen vor, kann Bundestrainer Julian Nagelsmann aber aus dem Vollen schöpfen.
Ex-FCN-Akteur Nathaniel Brown dürfte erneut den Vorzug vor David Raum erhalten, auf dem rechten Flügel deutet alles auf Leroy Sané hin. Ansonsten sind keine weitreichenden Veränderungen in der deutschen Anfangself zu erwarten. Vielmehr sollen die Auserwählten die Möglichkeit nutzen, sich weiter einzuspielen. Einzig scheint möglich, dass Deniz Undav für den etwas glücklosen Jamal Musiala startet.
Die Eckdaten
Anpfiff der Partie ist am Sonntagabend um 19 Uhr deutscher Zeit. Das Erste überträgt den WM-Auftakt der DFB-Elf im Free-TV. Auch der Bezahlanbieter MagentaTV zeigt das Aufeinandertreffen in Houston.
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