Nürnberg - Sie machen glücklich, laden zum Feiern und zum Musikgenießen ein: Festivals, verteilt auf der ganzen Welt. Rund um die Veranstaltungen gibt es aber einiges zu beachten, vor allem, was die Tickets angeht.

Konzerte gibt es glücklicherweise über das ganze Jahr verteilt in den unterschiedlichsten Städten und Locations. Etwas anders sieht es da bei Festivals aus. Die finden vor allem während der sommerlichen Zeit statt. Die steht uns jetzt bevor - auch, wenn das Wetter noch nicht so recht mitspielen will. Den großen Anfang in der Region hat bereits Rock im Park am Wochenende des 5.-7. Juni gemacht. Parallel fand auch Rock am Ring statt, allerdings viele Kilometer von Franken entfernt.

Neben Rock gibt es da aber auch noch Pop, Hip-Hop, Electro und viele andere Festivals. Für die Tickets - vor allem in den noch frühen und meist billigeren Verkaufsstufen - muss man oft schnell sein. Dafür dürfte es bei den meisten Festivals für dieses Jahr bereits zu spät sein.

Wer unbedingt auf ein ausverkauftes Festival gehen möchte, hält daher vermutlich gut und gerne Ausschau auf dem Ticketzweitmarkt. Hier drohen teilweise aber auch Fallen und die Gefahr vor Betrug. Anderen geht es ganz gegenteilig: Oftmals müssen bereits gekaufte Tickets aufgrund von Krankheit oder anderen Gründen kurzfristig weiterverkauft werden. Und dann gibt es noch die Vollkatastrophe: Was, wenn ein Festival beispielsweise aufgrund eines Unwetters abgesagt werden muss? Die Verbraucherzentrale NRW hat hierfür ein paar Tipps gesammelt.

Gefahr vor Betrug: Welche Fallen drohen auf dem Ticketzweitmarkt?

Gerade, wenn du ein großer Fan eines bestimmten Festivals bist und dieses trotz des verpassten oder rechtzeitigen Vorverkaufs besuchen möchtest, gilt ein besonderes Augenmerk auf die Fallen, die auf dem Ticketzweitmarkt drohen. Dabei gibt es mehrere Punkte zu beachten:

Der Klassiker: Personen, die wissen, dass Tickets unbedingt gesucht werden, könnten versuchen diese zu einem überteuerten Angebot oder gar gefälschte Tickets zu verkaufen. Besonders oft passiert das laut der Verbraucherzentrale NRW, wenn Tickets über die sozialen Netzwerke, Messenger-Dienste oder Kleinanzeigenportale verkauft werden.

Ticketbedingungen beachten: Auch hier droht eine Gefahr. Manche Veranstalterinnen und Veranstalter schließen einen Weiterverkauf aus beziehungsweise geben vor, über welche Plattformen sie weiterverkauft werden dürfen. Das passiert durch personalisierten Tickets, beim Weiterverkauf ist dann eine Umschreibung nötig - fehlt diese, so kann dir der Zutritt zum Festival auch verweigert werden. Vor dem Kauf solltest du daher genau prüfen, ob eine Namensänderung bezüglich des Tickets nötig ist und wie beziehungsweise ob diese vorgenommen werden kann.

Tückische Angebote: Das Gegenteil, von überteuerten Angeboten, sind zu günstige Tickets, die verkauft werden sollen. Auch, wenn Vorkasse per Überweisung angegeben ist oder Verkaufende ohne nachvollziehbare Kontaktdaten angezeigt werden, sollten die Alarmglocken bei dir Schrillen. Setze stets auf sichere Zahlungsmethoden, hierüber könntest du im Betrugsfall dein Geld zurückfordern.

Krankheit oder sonstige Fälle: Was, wenn du das Festival selbst absagen musst und bereits ein Ticket hast?

Befindest du dich in der Situation, in der du aufgrund von Krankheit oder anderen Gründen nicht auf das Festival gehen kannst, so gibt es nur ein paar Möglichkeiten, um deinen Ticketpreis zurück zu erlangen. Laut der Verbraucherzentrale NRW gibt es meist kein gesetzliches Widerrufsrecht.

Du kannst aber überprüfen, ob der Veranstalter eine Warteliste oder offizielle Möglichkeiten zum Weiterverkauf deines Tickets anbietet. Das ist auch für die Gegenseite ein ideales Angebot, da so sicher ist, dass es sich um kein gefälschtes Ticket handelt.

Beim Weiterverkauf solltest aber auch du darauf achten, ob es sich um personalisierte Tickets handelt und ob du gegebenenfalls tätig werden musst, um dem Käufer oder der Käuferin einen reibungslosen Besuch auf dem Festival zu ermöglichen. Dazu findest du Informationen in den AGBs.

Teilweise werden auch Ticketversicherungen abgeschlossen. Allerdings gilt es auch hier zu prüfen, ob diese wohl greifen werden, da nicht jede Erkrankung oder jeder Verhinderungsgrund in einer solchen Versicherung mit abgedeckt ist. „Häufig greifen Versicherungen nur bei schweren Erkrankungen, Unfällen oder anderen ausdrücklich genannten Fällen“, heißt es.

Festival-Absage durch schlechtes Wetter oder andere driftige Gründe - was tun?

Grundsätzlich gilt: Wenn der Veranstalter ein Festival komplett absagt, auch durch wetterbedingte Gründe wie Hochwasser, Unwetter, Sturm oder aufgrund von Sicherheitsrisiken, dann muss der volle Ticketpreis zurückerstattet werden. Eine Rückerstattung solltest du für eine saubere Dokumentation schriftlich beantragen und vor allem darauf achten, dass mögliche Fristen eingehalten werden.

Anders sieht es rechtlich aber dann aus, wenn nur Teile des Festivals abgesagt werden müssen - egal aus welchen Gründen. Dann entscheiden einzelne Faktoren, unter anderem, wie drastisch die Änderungen beziehungsweise Ausfälle während der Veranstaltung sein werden. Vor allem Kosten für eine Anreise (Auto, Bahn, Bus oder Flug), das Camping oder gar eine Unterkunft wie ein Hotel werden häufig nicht übernommen. Hierbei solltest du dich stets über die Stornierungsbedingungen informieren. Oftmals werden solche Buchungen bereits im Voraus als stornierbar angeboten - es lohnt sich also, danach zu suchen und auf solche Angebote zu achten.