
Sämtliche verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sör bearbeiten derzeit eingehende Meldungen zum Eichenprozessionsspinner und koordinieren die notwendigen Maßnahmen, wie die Stadt Nürnberg mitteilt. Auch die beauftragten Fachfirmen arbeiten demnach an ihrer Kapazitätsgrenze. Aufgrund der hohen Zahl an Meldungen müssen Bürgerinnen und Bürger aktuell mit Wartezeiten von rund zwei Wochen rechnen, bis eine Bekämpfung erfolgen kann. Grund ist die besonders starke Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners infolge günstiger Witterungsbedingungen in den vergangenen Monaten.
Sör priorisiert die Einsätze nach festgelegten Kriterien. Vorrang haben Bildungseinrichtungen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie öffentliche Anlagen, Wege und Plätze mit hoher Besucherfrequenz, wie die Stadt erklärt. Alle gemeldeten Vorkommen werden geprüft, bewertet und entsprechend ihrer Dringlichkeit bearbeitet.
Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, befallene Bäume zu meiden und Nester nicht selbst zu entfernen. Auch Hunde sollten von betroffenen Bereichen ferngehalten werden.
Auch Bäume auf Privatgrundstücken können betroffen sein. Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf privaten Flächen sind jedoch die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer verantwortlich.
Sör bittet um Verständnis für die derzeit längeren Bearbeitungszeiten. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wird weiterhin mit hoher Priorität fortgesetzt, um die Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.
Warum der Eichenprozessionsspinner gefährlich ist
Der Eichenprozessionsspinner wird vor allem wegen seiner winzigen Brennhaare zur Gefahr für Menschen. Ab dem dritten Larvenstadium werden die Raupen für den Menschen besonders gefährlich, da sie dann große Mengen mikroskopisch kleiner, leicht abbrechender Brennhaare ausbilden, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Über die Luft können sich die Haare weit verbreiten und in der Umwelt - etwa im Gras, auf Spielplätzen oder an Kleidung - über Monate hinweg aktiv bleiben. Der Kontakt erfolgt daher oft unbemerkt.
Die Folgen können unangenehm bis ernsthaft sein: Typisch sind stark juckende Hautausschläge („Raupendermatitis“), Augenreizungen und Atemwegsbeschwerden. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen bis hin zu Atemnot kommen. Besonders betroffen sind Menschen, die sich häufig im Freien aufhalten, etwa Spaziergänger, Kinder oder Beschäftigte im Forst- und Gartenbereich.
Verdachtsfälle können dem Sör-Servicetelefon unter 0911 / 231-7637 oder per E-Mail an soer@stadt.nuernberg.de gemeldet werden.