
Jede Tierbesitzerin und jeder Tierbesitzer kennt es: Zum Ende des Jahres werden die Nerven - vor allem durch ständig gezündete Böller und Feuerwerk - strapaziert. Grund: Die Angst des eigenen Tieres. Aber nicht nur rund um den Jahreswechsel gibt es viele Situationen, in denen Tierhalterinnen und -halter die Angst ihrer Haustiere und teilweise auch die der Tiere in der freien Natur miterleben müssen. Auch auf Kirchweihen oder Volksfesten werden unter dem Jahr Feuerwerkskörper gezündet.
Ein ähnlich stressiges Event könnte auch die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 darstellen. Durch die zahlreichen Public-Viewing-Events und der mitreißenden Stimmung, von der sich wohl viele Fans anstecken lassen, kann es auch während des wochenlangen Events zu lauten Veranstaltungen kommen.
Die Humane World for Animals hat daher vorsorglich elf Tipps veröffentlicht, durch die die Fußballweltmeisterschaft für die Tiere angenehmer gestaltet werden kann.
In einer Pressemitteilung der Organisation wird demnach die Landesdirektorin von Human World for Animals, Sylvie Kremerskothen Gleason, zitiert. „Als eine der größten Tierschutzorganisationen weltweit sehen wir, wie große globale Ereignisse Tiere unbeabsichtigt beeinträchtigen können, oft in ganz alltäglichen Situationen. Mit diesem Fan-Guide zu einem der beliebtesten Wettbewerbe der Welt und passend zu dem Spiel, bei dem 11 Menschen pro Team auf dem Platz stehen, teilen wir 11 ‚gute Spielzüge‘, die Menschen dabei helfen sollen, während der WM bewusste Entscheidungen zu treffen und sicherzustellen, dass Tiere auch in Momenten des Feierns geschützt bleiben.“ Und diese elf Tipps sind damit gemeint:
Aufwärmen und vorbereiten vor dem Anpfiff
Einen Vergleich ziehen die Verantwortlichen mit dem Aufwärmen der Fußballspieler auf dem Feld. So sollten auch Haustiere vor derartigen größeren Events von körperlicher und geistiger Aktivität profitieren, etwa durch Bewegung und Spiel. Dadurch können sie vorab Energie abbauen und später besser mit lauten Geräuschen oder ungewohnten Situationen umgehen. Es ist also gut, die Tiere - vor allem Hunde und Katzen - vor einem solchen Event etwas auszupowern, um ihr Stresslevel zu senken.
Rückzugsort schaffen - vor allem bei Besuch
Wenn dein Haustier eher scheu ist, dann ist es - besonders rund um so eine Veranstaltung und wenn du selbst Besuch erwartest - hilfreich, einen sicheren Rückzugsort für dein/e Haustier/e zu schaffen. Während du und dein Besuch in jubelnde Stimmung geraten, sollte dein Haustier einen ruhigen Bereich haben, möglichst entfernt von dem Ort des Geschehens.
Public Viewing - nichts für Haustiere
Dass Spiele der Weltmeisterschaft teils auf der großen Leinwand gezeigt werden, ist eine schöne Gelegenheit für alle Fans - um die Spiele anzugucken, das Event auf eine besondere Art mitzuerleben und auch Freunde zu treffen, die sich für den Wettkampf im Fußball genauso begeistern können. Für Tiere ist das allerdings nichts. Meist sind dort viele Menschen, viele Emotionen und eine zu hohe Lautstärke im Spiel. Dein Haustier - hier ist wohl am ehesten von einem Hund die Rede - solltest du also lieber zu Hause lassen. Möglicherweise kannst du dich auch schon vorab um eine Betreuung in den gewohnten vier Wänden des Tieres kümmern, wenn du vorhast länger unterwegs zu sein.
Verlängerung oder Routinen
Ein ähnlicher Vergleich zum Aufwärmen wird auch im Einhalten von Routinen der Tiere gezogen. Spieler kennen Verlängerungen und Elfmeterschießen, Tiere aber benötigen ihre Routinen, wie beispielsweise feste Fütterungszeiten oder den Auslauf. Die Verzögerung durch Spiele solltet ihr daher niemals über die festen und vertrauten Abläufe und Gewohnheiten eures Tieres stellen.
Zusätzlichen Stress vermeiden
Was süß aussehen kann, ist für dein Tier vermutlich eher Stress und eine neue Situation: Vermeide es, dein Tier zu verkleiden und diesem Schals, Fähnchen oder ähnliche Fanartikel aufzusetzen oder anzuziehen. Es kann nicht nur Stress für dein Tier bedeuten, sondern - abhängig vom Artikel - auch zur Gefahr werden.
Hat dein Tier Angst vor der Situation? So erkennst du es
Wichtig ist vor allem, dass du dein Haustier kennst und die Anzeichen rechtzeitig erkennst und danach handelst. Beispiele sind ein starkes Hecheln, Zittern, Verstecken, Winseln oder Unruhe. All das deutet auf Stress oder Panik deines Tieres hin. Beides solltest du frühzeitig erkennen und kannst damit eine Eskalation verhindern. Denn: Wie Dr. Katherine Polak, Tierärztin und Senior Vice President, Global Programs and Policy Work, bei Humane World for Animals, erklärt: Tiere nehmen die Welt ganz anders wahr als Menschen, wodurch ungewöhnliche Situationen schnell ihre Stressreaktion aktivieren können.
Betrifft dein Haustier nicht direkt: So kannst du mit deinem Essen rücksichtsvoll gegenüber deinem Tier sein
Achte, besonders wenn du Gäste bei dir zu Hause in Empfang nimmst, darauf, dass kein Essen auf den Boden fällt oder unwissende Gäste etwas an dein Tier verfüttern. Insbesondere Schokolade, Trauben, Zwiebeln, salzige Speisen oder gar Alkohol können extrem gefährlich für ein Haustier werden. Jeder sollte daher sein Essen im Blick behalten.
Damit noch nicht genug zum Thema Essen: Wenn du das Tierleid etwas vermindern möchtest, dann achte darauf, pflanzliche Optionen auf dem Grill zu servieren. Oftmals sind Würstchen, Burger oder Hotdogs eine gern genutzte, schnelle Abendessen-Option während solcher Events. Dabei kannst du aber - bei Belieben - auch auf pflanzliche Alternativen greifen. Zahlreiche vegane und vegetarische Rezepte findet du bei uns übrigens auch.
Nicht nur beim Essen: Achte auf Qualität deiner Fanartikel
Beim Kauf von Fanartikeln rund um die WM solltest du nicht nur aufgrund von Betrugsmaschen vorsichtig sein. Um Tierleid zu verhindern und die Umwelt nicht weiter zu belasten, solltest du auch darauf achten, auf innovative Materialien zu setzen. Denn: Nachfrage = Angebot: Umso mehr Personen auf diese nachhaltigen Produkte setzen, umso mehr werden diese angeboten und umso weniger werden billige Produkte verkauft.
Aufräumen nach dem Spiel
Während der Fußballmeisterschaft sind der Auswertung zufolge auch mehrere Menschen motiviert, selbst öfter Fußball spielen zu gehen. Dabei geht es nicht nur um das Spielen im Eigenheim, sondern auch in Parks und auf anderen öffentlichen Flächen. Weniger für Haus-, mehr für Wildtiere können zurückgelassene Gegenstände (vor allem Netze) zur ernsthaften Gefahr werden. Beispielsweise könnten sich Rehe, Füchse oder andere Wildtiere darin verfangen und schwer verletzen. Besonders (Essens-)Müll sollte nicht hinterlassen werden, um die wild lebenden Tiere nicht zu sehr an die menschliche Umgebung zu locken. Dadurch könne verhindert werden, dass sich diese zu sehr daran gewöhnen und es somit vermehrt zu gefährlichen Begegnungen zwischen Menschen und Wildtieren kommt.
Zu guter Letzt: Vorsicht beim Feiern, auch nach dem (erfolgreichen) Abpfiff
Seid immer vorsichtig, wie ihr euch nach dem Abpfiff verhaltet. Egal, ob es sich um einen Sieg (Freude) oder eine Niederlage (Frust) handelt: In eurem Umfeld befinden sich (fast immer) Tiere, die durch lauten Jubeln, Grölen oder auch Hupen im Auto erschrecken können und in eine extreme Stresssituation gelangen. Das kann nicht nur für euch selbst zur Gefahr werden, wenn die Tiere beispielsweise auf die Straße rennen. Vielmehr kann es für diese tödlich enden. Vermeidet daher unnötigen Lärm.