
Drei bekannte deutsche Twitch-Streamer unternehmen eine Kanalfahrt durch Amsterdam – und lösen dabei einen Skandal aus. „Wenn du ein Mann bist, schmeißt du sie rein. Wenn du nur einen Funken Männlichkeit in deinem alten Körper hast, schmeißt Du sie jetzt hier in den Fluss“, fordert Zarbex seinen Kumpel Schradin heraus. Letzterer hält gerade seine Vape über den Rand des Boots hinaus und reagiert auf die Anfeuerung mit „Okay, Ansage“, Pokerface – und einem betont gleichgültigen Loslassen der E-Zigarette, die daraufhin ins Wasser fällt. Der Clip wurde in diversen sozialen Netzwerken geteilt und scharf kritisiert.
Unmittelbar nach der Aktion witzelt MontanaBlack, der dritte im Bunde: „Ich glaube, er wollte sie nicht reinschmeißen, die Gicht hat einfach reingeknallt.“ Die Begründung für seine ignorante Aktion lieferte Schradin aber selbst. Der 48-Jährige rechtfertigte sich: „Das Ding ist, dass er gesagt hat ‚Wenn Du ein Mann bist…‘, dann hat er mir kein Zurück mehr gegeben. Das war das Problem. Ging nicht mehr, ich war so in die Ecke gedrängt, dass ich nicht mehr ausweichen konnte.“
In den Kommentarspalten überhäufen sich Vorwürfe und Anschuldigungen. Zudem markieren viele User die zuständige Polizei sowie die städtischen Stadtwerke Amsterdams, um auf die Aktion aufmerksam zu machen – in der Hoffnung auf eine angemessene Strafe. Auf Reddit schreibt ein User: „Wenn sowas den Verlust deiner Männlichkeit bedeutet, liegt das Problem nicht im Verlust, sondern in der Fragilität eben dieser.“ Niemand halte diese Umweltverschmutzung für stark oder männlich.
Schradin reagiert - und kündigt „Wiedergutmachung“ an
Zwar empfindet Schradin die Eskalation des Themas in den sozialen Medien als „völlig überzogen“, sah sich dennoch zu einer öffentlichen Reaktion verpflichtet. In einem Video zeigt der Ex-Moderator von „9Live“ Reue: „Man schmeißt keine Vape ins Wasser, das ist dumm, weil es wirklich umweltmäßig einfach Kacke ist und die Umwelt ist mit das Wichtigste, was wir haben. Ich habe in dem Moment nicht nachgedacht, weil Zarbex mich getriggert hat mit ‚Wenn Du ein Mann bist, schmeißt Du sie da rein‘ und dann hab ich gesagt ‚Okay, ich bin ein Mann und schmeiße sie da rein.‘“
Als „kleine Wiedergutmachung“ kündigte der Streamer an, „eine Summe“ an eine Amsterdamer Umweltschutz-Organisation zu spenden – „und dann ist das Ding für mich erledigt“. Auch diese Aussage stößt vielen Usern bitter auf: „Influencer denken scheinbar, dass Geld, welches sie von ihren Zuschauern erbetteln, alles regelt.“ Ein anderer Nutzer wirft ihm vor, er mache es sich zu einfach. Ein ehemaliger Fan kommentiert: „Meine Abos hast du verloren und meinen Respekt erst recht!“
Auch Zarbex, der seinen Kumpel mit seiner Aufforderung zu der Aktion animiert hat, bezog im Nachgang Stellung zu dem Thema, das „sich hochgeschaukelt hat“. Sein Argument: Er hätte nicht mit der Reaktion seines Kollegen gerechnet. „Ich muss dazu fairerweise sagen, als ich gesagt habe ‚Du bist kein Mann, wenn Du es nicht machst‘ oder so, ich sag das immer, auch in Videospielen. Ich hätte nicht damit gerechnet, muss ich ehrlich sagen, dass er das Ding da wirklich reinfeuert. Also die Leute sind zurecht sauer, 100 Prozent, wäre ich jetzt nicht von ausgegangen, dass das Ding da reingeschallert wird. Geht natürlich nicht fit.“