
nordbayern.de: „Last Resort“ ist euer bekanntester Song – zumindest hier in Deutschland gibt es keine Rockparty ohne den. Wie ist euer Verhältnis zu dem Song nach all den Jahren?
Tobin: Ich denke, „Last Resort“ ist einfach einer dieser Songs, wo sich automatisch so ein bestimmtes Gefühl einstellt. Schon bevor du anfängst, ihn zu spielen, weißt du, dass das ganze Publikum gleich explodieren wird und alle mitsingen werden. Das ist einfach ein herausragendes Gefühl. Das ist fast eine außerkörperliche Erfahrung, verstehst du? Ich spiele den Song dann irgendwie gar nicht mehr wirklich, ich muss gar nicht mehr auf mein Instrument runterschauen, ich muss gar nicht mehr nachdenken.
Wir haben diesen Song schon so oft gespielt und es ist immer einfach so ein verbindender Moment, das ist wirklich eine coole Erfahrung und wir sind dafür dankbar. Ich weiß, dass es Artists gibt, die einen riesigen Song haben, aber darauf irgendwie herunterblicken und dann sowas sagen wie: „Ich bin dieses Lied leid, ich hab‘ keinen Bock mehr, das zu spielen.“ Aber „Last Resort“ ist nicht diese Art von Song für uns. Wir werden ihn immer spielen.
nordbayern.de: Ihr habt immer wieder betont, dass eure größten Shows in Deutschland stattfinden. Woran liegt das?
Tobin: Das liegt wirklich an den deutschen Fans. Wir sagen schon immer, dass wir unsere größten und besten Konzerte in Deutschland spielen, wenn wir in Europa auf Tour sind. Und selbst, wenn wir dann zurück in den USA sind und da auf Tour gehen sind wir oft richtig enttäuscht, wenn wir gerade erst in Deutschland waren.
nordbayern.de: Ihr habt kürzlich „See You in Hell“ veröffentlicht – den Soundtrack zur Netflix-Serie „Devil May Cry“. Steckt da noch mehr neues Material in der Pipeline, könnt ihr uns was verraten?
Jerry: Ich kann euch sagen, dass wir tatsächlich noch ein paar neue Songs haben und dass ein neues Album kommt – hoffentlich Ende des Jahres, vielleicht Anfang nächsten Jahres.
Tobin: Wir waren sogar erst vor zwei Wochen im Studio und haben noch mal zwei neue Songs fertiggestellt. Wir sind also kurz vor dem Punkt, an dem wir genug Lieder haben, um das Album fertigzustellen. Wir ziehen das alles gerade nur noch glatt und kümmern uns um die letzten Details.
nordbayern.de: Wird das ein Papa-Roach-Album, wie es die Fans erwarten?
Jerry: Wir machen irgendwie immer etwas Unerwartetes. Alles ist möglich, würde ich sagen.
Tobin: Ich habe das Gefühl, dass es für uns inzwischen fast das Überraschendste ist, wenn wir das Erwartete machen.
nordbayern.de: Letzte Frage: Habt ihr Guilty Pleasures, was Musik angeht? Etwas, das ihr hört und bei dem Leute überrascht wären?
Tobin: Ich habe keine Guilty Pleasures – ich liebe alle Musik. Ich lebe ja in Texas und da wird eine Menge Country-Musik gespielt. Und auch wenn ich nicht sagen würde, dass ich davon jetzt ein Fan wäre, gibt‘s sogar da ein paar Songs, wo ich sage: „Hey, das ist ein guter Song!“ Ich habe eine 13 Jahre alte Tochter, die hört viel Pop-Musik. Und selbst, wenn ich dann einen Olivia Rodrigo oder so einen Taylor-Swift-artigen Song höre, habe ich kein Problem zu sagen „Okay, ja: Das ist ein verdammt guter Song.“ Also, nein, ich habe keine Guilty Pleasures.
Jerry: Ja, bei mir das Gleiche: Ich mag, was ich mag, und stehe dazu. Sorry!
