Nürnberg - Buntes Treiben, laute Bässe, ein deutliches Zeichen für Zusammenhalt: Am Samstag verwandelt sich der Nürnberger Aufseßplatz in eine pulsierende Feiermeile voller Leben. Doch es wird mehr als nur ein Sommerfest begangen.

Mit einer langen Agenda, viel unterschiedlicher Musik und jeder Menge internationalem Essen feiern Anwohner und Besucher einmal im Jahr die Buntheit des Lebens. Hinter den kulinarischen Düften aus aller Welt und dem breit ausgerichteten Bühnenprogramm steckt weit jedoch mehr als nur ein Sommerfest. Unter dem Motto „Gegen Rassismus und Diskriminierung“ feiert die Südstadt am Samstag, 6. Juni, ab 14 Uhr ihre Vielfalt – und setzt genau dort, wo einst der NSU-Terror tiefe Wunden riss, ein kraftvolles solidarisches Zeichen für ein friedliches Miteinander.

Bis um 22 Uhr wird auf dem zentralen und bekanntem Platz der vorderen Südstadt gefeiert. Es handelt sich um ein Open-Air-Fest, für das kein Eintritt fällig wird. Für Essen und Getränke musst du aber natürlich bezahlen.

Das Fest wurde 2015 initiiert und erinnert jährlich rund um die jeweiligen Todstage an die Nürnberger Opfer der NSU-Terrorzelle (İsmail Yaşar, Enver Şimşek und Abdurrahim Özüdoğru) sowie an die Überlebenden rechter Gewalt. Es setzt ein solidarisches Zeichen für Vielfalt und ein friedliches Miteinander im Stadtteil.

Das Programm startet ebenfalls um 14 Uhr direkt mit der ersten Musikgruppe um Lokalmatador Dieter Weberpals. Auf dem gedruckten Flyer steht noch ERRoR. Diese Trommelgruppe musste jedoch nach der Drucklegung des Flyers absagen. Die Organisatoren haben erst vor wenigen Tagen (Ende Mai 2026) bekannt gegeben, dass Dieter Weberpals und das Collectif Tamtam extrem kurzfristig einspringen, um den musikalischen Auftakt zu retten. Bis 20 Uhr ist durchgängig ein Bühnenprogramm geplant. Darunter finden sich das Grußwort des OB Marcus König, inklusiver zeitgenössischer Tanz mit der Gruppe EveryBody, ein Tanzduo aus Kolumbien oder feministischer Punkrock von Monobraut. Ab 20 Uhr soll die psychedelische Weltmusik von Limanja zum Tanzen und Feiern anregen.

Viele Nürnberger Organisationen präsentieren außerdem ihre Arbeit. Zudem werden thematische Ausstellungen zur Aufklärung über Rassismus und zum Gedenken an die NSU-Opfer gezeigt. Für jüngere Besucher gibt es Angebote wie Kinderschminken, eine Hüpfburg, eine Schachecke sowie kreative Workshops.

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