Nürnberg - Im Februar 2024 schloss das Restaurant im historischen Nassauer Keller, schon kurz darauf begann der Umbau in der Traditions-Location in Nürnberg. Die neuen Wirte wollten eigentlich schon im Sommer 2025 eröffnen.

Seit dem Ende der alteingesessenen Gastronomie im Nassauer Keller ist viel passiert. Doch leider auch noch nicht so viel, dass die Nachmieter des Restaurantareals gegenüber der Lorenzkirche in der Innenstadt nun schon Gäste begrüßen können. Dabei wollten die Neuen am Platz eigentlich schon im vergangenen Sommer 2025 in den Betrieb starten.

Über Jahrzehnte hinweg war der Nassauer Keller gegenüber der Lorenzkirche eine beliebte Anlaufstelle für Touristen und Einheimische, die gerne deftig-fränkisch speisen wollten. Im Februar 2024 schloss das Lokal dann einigermaßen unvermittelt, ein Räumungsverkauf wurde gestartet. Seitdem wurde in dem Kellergewölbe kein Gericht mehr zu Tisch gebracht. Sobald klar war, dass hier eine neue gastronomische Bespielung gesucht wurde, warfen Tim Pilotek und Marco Fellgiebel ihren Hut in den Ring. Sie wollen Neues starten, in diesem alten Gewölbe mit Kellergeschossen aus dem 12. und 13. Jahrhundert.

Im Januar 2025 berichteten die beiden Gastronomen im Gespräch mit nordbayern, dass die Umbauarbeiten in vollem Gange seien und The Smokehouse im Sommer stehen solle. Und das, obschon Pilotek und Fellgiebel unter anderem mit „bröckelndem Sandstein“ und Auflagen des Denkmalschutzamtes zu wuchten hatten.

Seitdem sie die Örtlichkeit im Frühsommer 2024 übernommen haben, stecken die beiden nicht nur Geld, sondern auch Arbeitskraft und natürlich Nerven in das Projekt - all den Hiobsbotschaften zum Trotz, die gerade so ein geschütztes Objekt mit sich bringen kann. Denn sie sind überzeugt von ihrer Idee und ihrem Konzept für das historische Gewölbe in Nürnberger Premiumlage. „Wir möchten eine Mischung aus hochwertigem Barbecue und einer Bar bieten“, sagen sie im Gespräch mit der Redaktion.

Dabei wollen sie aber nicht massenweise Fleisch an die Tische karren oder einfach die Barbecue-Kultur der USA kopieren, sondern den „Drive von Europa“ einbringen - das heißt: „Wir machen Barbecue mit Chichi oder schicker“, so die beiden Gastronomen. Das Fleisch soll es demnach in Tapas-Form geben, sodass man Verschiedenes probieren kann, dazu bieten sie hochwertiges Wagyu-Fleisch aus quasi eigener Züchtung, die sich in der Nähe Berlins befindet. Auf Social Media verkünden sie: „Wir bringen das Feuer nach Nürnberg!“.

Doch eineinhalb Jahre nach dem ersten Gespräch lodert dieses Feuer zwar immer noch, doch derzeit eher auf Sparflamme. Für Passantinnen und Passanten in der Karolinenstraße hat sich seither nichts verändert, auch die Ankündigung des Restaurantstarts für Sommer vergangenen Jahres hängt noch wie zuvor.

Smokehouse-Eröffnung in Berlin - aber wann kommt das neue Restaurant in den Nassauer Keller in Nürnberg?

Indes ist freilich viel passiert, wie Marco Fellgiebel der Redaktion auf Nachfrage nun mitteilt. Doch zuerst beruhigt er: „Ein Vertrag besteht nach wie vor in Nürnberg“, sagt er und führt die Hintergründe aus: „Da Nürnberg immer noch nicht fertig ist seitens des Eigentümers, haben wir in der Firmengruppe in Berlin ein Restaurant erstmal gebaut und eröffnet.“

Die Eröffnung des Restaurants mit identischem Logo und Konzept in Berlin war der Redaktion nordbayern aufgefallen, daraufhin haben wir gezielt nachgefragt - auch, ob das Projekt in Nürnberg damit gestorben sei. Doch Fellgiebel erklärt: „Die Gesellschaft ist als Gruppe aufgestellt und die Gesellschafter in Berlin werden Teil von Nürnberg.“ Marco Fellgiebel hofft auf eine Eröffnung in Nürnbergs Premiumlage im Herbst 2026. Wie er der Redaktion Anfang Juni 2026 mitteilt, habe der Eigentümer des Kellers ihnen den 31. Juli 2026 genannt - zu diesem Termin werde er fertig mit seinen Arbeiten sein. Pilotek und Fellgiebel wollen ab dem 1. August mit ihren eigenen Ausbauarbeiten beginnen, die die Bar, die Küche und den Gastraum betreffen. „Unser Ziel ist es zum 1. Oktober zu starten“, sagt Fellgiebel.

Neu im Nassauer Keller: Konzept mit Barbecue und Bar mit Tanzoption

Tagsüber bis in den Abend wird der Restaurantbetrieb im Fokus stehen. Ab 22 Uhr soll dann im neuen Smokehouse außerdem Barbetrieb vorherrschen, am Wochenende sollen DJs im alten Kellergewölbe auflegen. „Auch für die späteren Stunden wollen wir noch eine kleine Karte für den kleinen Hunger anbieten, damit unsere Gäste nicht noch am nächsten Dönerstand stoppen müssen, bevor sie zum Beispiel in den Club gehen“, so Tim Pilotek, der eng mit Nürnberg verbunden ist. Die Innenstadt sei perfekt für ein solches Unterfangen. „Wir wollen Großstadtflair nach Nürnberg bringen“, geben die beiden weiterhin kund. Demnach wird es auch kein Schäufele mehr geben. „Wir ersetzen rustikal durch schick. Wir wollen Gastronomie einfach anders machen.“

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