Fürth - Aufruhr im Fürther Stadttheater: Ein Großteil der Belegschaft erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen die Intendantin Silvia Stolz. Was wird kritisiert - und wie geht die Stadt damit um?

Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden des Fürther Stadttheaters haben einen Brief unterschrieben, in dem harte Vorwürfe an Intendantin Silvia Stolz gerichtet werden. Der Brief wurde an Oberbürgermeister Thomas Jung, den Kulturreferenten Benedikt Döhla (beide SPD) und weitere Dienststellen der Stadt Fürth geschickt. Unter anderem NN.de und die Süddeutsche Zeitung haben über die Beschwerde der Mitarbeitenden berichtet.

Konkret wird der Intendantin vorgeworfen, sie sei für eine belastende, toxische Arbeitsatmosphäre verantwortlich. Das Klima sei „durch Angst und Misstrauen“ geprägt, die Situation treibe viele Theaterleute in eine „Gefühlslage der Herabwürdigung, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Angst bis hin zu Panikattacken“. Stolz führe das Haus mit mit „Druck, Herabsetzung und unfairer Kritik“.

Ein weiterer Vorwurf richtet sich an Benedikt Döhla: Der Kulturreferent soll bereits im Juli und letztmals im Dezember über die Zustände informiert worden sein. Er habe ein „strukturiertes Verfahren“ angekündigt, das „eine sorgfältige und sachgerechte Aufarbeitung der geschilderten Situation“ ermöglichen soll.

Wie Stadt Fürth gegenüber dem Bayrischen Rundfunk bekannt gab, bereite man einen extern begleiteten Klärungsprozess vor. Dessen Ziel sei es, „die Situation am Stadttheater unabhängig, sachlich und ergebnisoffen zu betrachten, ein möglichst vollständiges Bild der Lage zu gewinnen und auf dieser Grundlage die Voraussetzungen für eine konstruktive und nachhaltige Zusammenarbeit am Stadttheater zu stärken“.

Stadt Fürth betont Schutz der Persönlichkeitsrechte

Zugleich stellte die Stadt auch klar, sich nicht an der öffentlichen Bewertung einzelner Personen oder nicht geprüfter Vorwürfe beteiligen, und betonte: „Der Schutz der Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten sowie die Sicherstellung eines fairen und ergebnisoffenen Verfahrens haben dabei hohe Priorität.“ Die Intendantin selbst äußerte sich auf eine Anfrage unserer Redaktion bislang nicht zu den Vorwürfen.

Ähnliche Kritik hatte sich zuletzt gegen Lucius Hemmer, den ehemaligen Intendant der Nürnberger Symphoniker, und dessen Führungsstil gerichtet und zu seiner Entlassung geführt.