Essen - Die SpVgg Greuther Fürth ist nach der 0:1-Niederlage im Relegations-Hinspiel dem Abstieg einen Schritt näher als dem Klassenerhalt. Im Netz wird das Kleeblatt kritisiert, die Protagonisten bemühen sich um Optimismus.

Nervenkitzel entsteht insbesondere dann, wenn kaum Tore fallen - und das war in beiden Relegations-Hinspielen zu spüren: Nach dem torlosen Remis zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Paderborn fehlt es beim Gastspiel der SpVgg Greuther Fürth bei Rot-Weiss Essen lange an gefährlichen Chancen. Zumindest die intensive Zweikampfführung und die euphorisierte Atmosphäre im Stadion an der Hafenstraße sorgen für ein belebtes Relegations-Duell.

Auch Kleeblatt-Coach Heiko Vogel sprach nach der Partie über die Stimmung im Essener Hexenkessel: „Es war das erwartete Spiel, schwierige Kulisse, immens lautes Stadion. Ich glaube, dass wir das Spiel bis zur 60. Minute vollends im Griff hatten, haben leider aus dem Übergewicht und unseren Standards zu wenig gemacht, hatten dann auch noch das Pech beim Lattentreffer von Jannik Dehm.“ Das Kleeblatt hatte tatsächlich über weite Strecken mehr Ballbesitz, biss sich aber an der disziplinierten Essener Abwehr die Zähne aus. Die potenziellen Unterschiedsspieler, die noch gegen Fortuna Düsseldorf stark aufgespielt haben, blieben blass.

Bis zum Gegentor sah Fürth-Trainer Vogel eine „sehr reife Leistung“, der Freistoßtreffer habe dann aber „ein bisschen Unruhe gebracht“. Das Kleeblatt kam gar nicht mehr in Tritt. Es fehlte an Torabschlüssen und Präzision, das Team wirkte stark verunsichert und verschenkte viele Bälle durch Unsauberkeiten. Insgesamt forderte Rechtsverteidiger Jannik Dehm, man müsse „noch zielstrebiger auf das Tor spielen“.

Ein Zuschauer beurteilt die Leistung der SpVgg Greuther Fürth als „unfassbar schlecht“ - eine Einschätzung, die sich nicht mit der Meinung des Trainers deckt. Dieser richtete den Blick bereits auf das Rückspiel: „Wichtig ist, dass es beim 0:1 geblieben ist. Wir haben es immer noch in der eigenen Hand, ich denke, das Ergebnis können wir kompensieren. Im Rückspiel ist eine andere Stimmung bei uns im Stadion, das ist unser Wohnzimmer. Heute ist nur das erste Spiel gespielt. Wir werden zuhause wieder All-In gehen und freuen uns drauf.“ Auch Kapitän Branimir Hrgota attestierte seinem Team eine „gute Energie“ und eine ordentliche Leistung, die aber nicht belohnt wurde: „Du kannst das Spiel die ganze Zeit kontrollieren und sie machen dann das Tor.“ Der Traum vom Klassenerhalt lebt aber weiter: „Es ist erst Halbzeit, wir haben noch ein Spiel. Es ist noch lange nicht vorbei.“

Am kommenden Dienstag (Anpfiff um 20.30 Uhr) steht das Rückspiel an - das nächste Alles-oder-nichts-Spiel für die Spielvereinigung im heimischen Sportpark Ronhof. Felix Klaus richtete unmittelbar nach dem Hinspiel eine Kampfansage an Rot-Weiss Essen: „Wir haben das alles schon erlebt und müssen jetzt zuhause nochmal 100 Prozent geben. Jetzt kommen sie zu uns und wir sind sehr heimstark. Wir haben zuhause viele Zweitligisten besiegt, deswegen sage ich: „Viel Spaß bei uns in Fürth.““

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