Nürnberg - Instagram führt ein neues Feature ein. Es heißt „Instants“ und sorgt gerade für reichlich Verwirrung in dem sozialen Netzwerk. Was es damit auf sich hat.

Wer derzeit durch Instagram scrollt oder seine Direktnachrichten öffnet, stößt plötzlich auf eine neue Funktion: „Instants“. Ohne großes Update-Hinweisfenster oder Einführungsvideo taucht sie einfach auf - und sorgt dadurch bei vielen Nutzerinnen und Nutzern zunächst für Irritation. Dahinter steckt allerdings ein klarer strategischer Schritt von Meta.

„Instants“ ist ein neues Foto-Format innerhalb von Instagram, das bewusst auf Spontaneität setzt, denn anders als bei klassischen Posts oder Stories können Bilder hier nicht aus der Galerie hochgeladen werden. Stattdessen zwingt die Funktion ihre Nutzer dazu, den Moment unmittelbar festzuhalten: Kamera öffnen, Foto machen, verschicken. Filter, Sticker oder die üblichen umfangreichen Bearbeitungstools gibt es nicht.

„Instants“ unterscheiden sich dadurch extrem von allem, was Instagram über Jahre geprägt hat: kuratierte Feeds, durchgestylte Storys und Bilder, algorithmisch optimierte Inhalte. Stattdessen rückt das Spontane, Rohe in den Mittelpunkt.

Angelegt ist das Feature im Bereich der Direktnachrichten. Wer also ein „Instant“ verschickt, sendet es nicht öffentlich an alle Follower, sondern gezielt an ausgewählte Kontakte - beispielsweise an enge Freunde oder Accounts, denen man gegenseitig folgt.

Gleichzeitig ist es aber auch keine klassische DM: Nach dem Anschauen (oder spätestens nach 24 Stunden) verschwinden die Bilder automatisch wieder. Das macht „Instants“ zu einer Art Hybridformat zwischen privater Nachricht und ebenfalls kurzlebiger Story. Reaktionen erfolgen ebenfalls nicht öffentlich: Statt Likes gibt es schnelle Emoji-Antworten oder direkte Replies im Chat.

Die Resonanz der Nutzerschaft auf „Instants“ fällt bislang gemischt aus. Einerseits passt das Feature durch weniger Perfektion und mehr Direktheit in den Zeitgeist, andererseits sorgt die Platzierung in den Direktnachrichten für Unsicherheit: Einige Nutzer berichten, dass sie versehentlich Fotos an deutlich mehr Menschen verschickt haben, als ihnen lieb ist.

Manche User weisen auch darauf hin, dass sich ähnliche Prinzipien seit Jahren bei Snapchat oder zuletzt bei BeReal finden. Aber auch das ist nicht ungewöhnlich: Es ist nicht das erste Mal, dass sich Meta von der Konkurrenz „inspirieren“ lässt.