
Schon Johann Wolfgang von Goethe wusste: „Warum in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah“, wie er in seinem Gedicht „Erinnerung“ von 1827 schrieb. Und auch jetzt im Frühsommer, wo die Wanderzeit losgeht, ist dieser Spruch noch anwendbar, denn: Wer braucht schon die Ferne, wenn die eigene Region so viel zu bieten hat?
Wer auf der Suche nach schönen Pfaden ist, muss von Nürnberg aus gar nicht weit fahren. Zwei Routen aus der Region haben es in diesem Jahr in die Finalrunde des Wandermagazins geschafft und sind für den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg 2026“ nominiert. Nun darf das Publikum mitentscheiden.
Zum 20-jährigen Jubiläum des Wettbewerbs hat eine Fachjury aus mehr als 100 Bewerbungen insgesamt 20 Routen aus ganz Deutschland ausgewählt - darunter Küsten- und Moorlandschaften, bewaldete Mittelgebirge und auch alpine Strecken. Bewertet werden Qualität, Erlebniswert und landschaftliche Besonderheiten. Die Publikumsabstimmung läuft noch bis zum 30. Juni 2026. Die Gewinner werden dann im Juli bekannt gegeben.
Als Deutschlands schönster Wanderweg nominiert: Der Goldsteig im Bayerischen Wald
Er startet in Marktredwitz, führt quer durch den Oberpfälzer und den Bayerischen Wald und endet erst in Passau: Der Goldsteig ist mit 660 Kilometern auf 38 Etappen einer der längsten und vielseitigsten Qualitätswanderwege Deutschlands. Die „Top Trails of Germany“ haben ihn bereits in ihre Riege der besten Wanderwege aufgenommen.
Unterwegs verbindet der Goldsteig fünf Naturparks mit dem Nationalpark Bayerischer Wald. Zwischen Waldnaabtal, Großem Arber und dem Lusen können Wandernde eine Vielfalt aus Gipfeln, Flusstälern und dichten Wäldern erleben. Wer mag, wählt die anspruchsvollere Nordroute mit zahlreichen Gipfeln - oder die ruhigere Südroute durch Wälder und Täler. Zu den Highlights zählen die sogenannten „Acht-Tausender“ im Arbergebiet - eine Kammwanderung über acht Gipfel des Bayerischen Waldes - die Schachten im Nationalpark und der Dreisessel-Gipfel mit Blick über drei Länder. Auf dem Weg kommt man außerdem auf über 70 Burgen und zahlreichen historische Städten vorbei, wie der Reisereporter erklärt. Laut Informationen des Tourismusverbands Ostbayern verlaufen allein 80 Kilometer durch den Landkreis Cham, Etappenziele sind unter anderem Waldmünchen, Rötz oder die Drachenstichstadt Furth im Wald.
Anfahrt von Nürnberg aus: Von Nürnberg aus ist der Einstieg in den Goldsteig mit dem Auto gut zu erreichen - je nach Startpunkt in etwa anderthalb bis zwei Stunden.
„Allein, dass wir es erneut in die Endauswahl geschafft haben, ist schon ein Erfolg und zeigt, dass der Bayerische Wald eine deutschlandweit beliebte Wanderregion ist“, erklärt Tobias Wolf, Geschäftsführer der Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH, laut Informationen des Tourismusverbands Ostbayern. Sein Appell: „Das wäre doch eine Riesengeschichte, wenn wir Waidler alle gemeinsam uns die beiden Titel als schönste Wanderwege Deutschlands 2026 holen!“
Noch näher an Nürnberg: Der Eichstätter Panoramaweg - als „Traumtour“ ausgezeichnet
Wer es kürzer mag, dem sei der Eichstätter Panoramaweg empfohlen - der Pfad liegt sogar noch näher an Nürnberg. Der 11,5 Kilometer lange Rundweg startet und endet am Stadtbahnhof Eichstätt und wurde bereits vom Deutschen Wanderverband mit dem Siegel „Traumtour“ ausgezeichnet.
Ausgeschildert mit der Nr. 7 führt der Weg zunächst über die Spitalbrücke, vorbei am Westportal des Eichstätter Doms und durch die Altstadt, bevor er auf die Höhen über der Stadt und damit mitten in den Wald hinaufsteigt. Wer dem gelben Schild mit der grünen Nummer folgt, erwartet laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur traumhafte Ausblicke, ruhige Waldabschnitte und Gelegenheiten zum Einkehren.
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Auf der zweiten Hälfte der Tour, wieder hinab ins Tal, begegnen Wandernde der imposanten Willibaldsburg - der Festung der Fürstbischöfe. Ein weiteres Highlight ist die Frauenberg-Kapelle, die seit Jahrhunderten eine Station des Jakobswegs ist. Für die gesamte Runde werden laut Informationen der Stadt Eichstätt etwa drei bis dreieinhalb Stunden veranschlagt.
Anfahrt von Nürnberg aus: Eichstätt ist von Nürnberg aus in etwa einer Stunde mit dem Auto zu erreichen, mit der Regionalbahn sind es rund eineinhalb Stunden - ideal also für einen Tagesausflug an einem warmen Wochenende.
