
Die süditalienische Großstadt Neapel und ihre Umgebung sind von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Wie verschiedene italienische Medien berichten, wurden zahlreiche Bewohner von Stadt und Umgebung kurz vor 6 Uhr durch heftige Erdstöße aus dem Schlaf gerissen. Menschen flüchteten auf die Straßen. Das Epizentrum lag nach offiziellen Angaben in den Phlegräischen Feldern, einem Supervulkan, der sich über den Westen der Stadt hinaus aufs Mittelmeer erstreckt. Größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt.
🔴🔴 [DATI #RIVISTI] #terremoto Md 4.4 ore 05:50 IT del 21-05-2026 a Campi Flegrei Prof= 3.1 Km #INGV_45927482 https://t.co/KR3mx6pVwE
— INGVterremoti (@INGVterremoti) May 21, 2026
Nach Angaben des nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) hatte das Beben um 05.51 Uhr eine Stärke von 4,4. Damit war es in der Region eines der stärksten Beben der vergangenen Jahre. Die Phlegräischen Felder - ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität - werden seit geraumer Zeit von zahlreichen kleinen sowie manchmal auch starken Erdbeben heimgesucht. Vor einem Jahr wurde in den Campi Flegrei - wörtlich: brennende Felder - sogar ein Beben der Stärke 4,6 gemessen.
Vorsichtsmaßnahme Schulausfall
Das Beben hatte nach diesen Angaben sein Zentrum im Meer, in den Gewässern zwischen den Vororten Pozzuoli und Bacoli. Die Erschütterungen waren in verschiedenen Stadtteilen Neapels zu spüren. Mehrere Schulen bleiben am Donnerstag sicherheitshalber geschlossen. In der Großstadt und ihrer näheren Umgebung leben etwa drei Millionen Einwohner. Neapel liegt am Fuße des Vulkans Vesuv.
Gebiet sehr aktiv
Die Campi Flegrei (PhlegräischeFelder) sind ein riesiger Supervulkan westlich von Neapel, der sich durch eine Calderastruktur auszeichnet, also ein Senkungsgebiet, das durch den Einsturz der Decke einer alten Magmakammer entstanden ist. Aus seismischer Sicht ist das Gebiet sehr aktiv und dem Phänomen des Bradyseismus ausgesetzt, was dazu führt, dass sich der Boden periodisch hebt und senkt, begleitet von häufigen Schwärmen meist mäßiger Erdbeben, wie Euronews berichtet.