Nürnberg - Am Freitagmittag ist es in der Nürnberger Thurn-und-Taxis-Straße zu einem schweren Chemieunfall gekommen. Die Berufsfeuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Gegen 11.30 Uhr ereignete sich auf dem Gelände einer Firma im Gewerbegebiet Nordost in Nürnberg ein Chemieunfall. Hierbei haben laut Polizei mindestens sieben Personen Verletzungen der Atemwege erlitten. Vier Verletzte mussten in Krankenhäuser gebracht werden, um dort medizinisch versorgt zu werden. Unter diesen befanden sich zwei Beschäftigte, die wohl unmittelbar infolge des Chemieunfalls das Bewusstsein verloren hatten. Einer der beiden Männer verstarb zwischenzeitlich im Krankenhaus, teilt die Polizei am Abend mit. Die Kriminalpolizei Nürnberg leitete die Ermittlungen zu dem Unglück ein.

Die Berufsfeuerwehr ist im Großeinsatz mit dem Gefahrstoff-Trupp vor Ort. Auch der Rettungsdienst war auf dem Gelände des Industrieunternehmens im Stadtteil Schafhof vertreten.

Das Gebäude wurde umgehend evakuiert. Dutzende Mitarbeiter wurden medizinisch untersucht und werden des weiteren psychologisch betreut. Zur Stunde ist der Einsatz noch nicht beendet, für Anwohner bestand nach Einschätzung der Feuerwehr zu keinem Zeitpunkt Gefahr.

Der Unfall löste einen Großeinsatz der Nürnberger Hilfsorganisationen sowie der Feuerwehr aus, wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in einer Mitteilung am Nachmittag erklärte. Insgesamt wurden laut BRK 20 Personen leicht verletzt, acht Personen als mittelschwer verletzt eingestuft und zwei Personen lebensgefährlich verletzt. Eine der beiden lebensgefährlich verletzten Personen musste bei Eintreffen der Rettungskräfte reanimiert werden. Zuvor hatten bereits Ersthelfer mit den Reanimationsmaßnahmen begonnen. Im Krankenhaus ist er seinen Verletzungen erlegen.

17 von insgesamt 30 verletzten Personen wurden zur weiteren Beobachtung und Versorgung in ein Krankenhaus gebracht, rund 90 Personen wurden von den Einsatzkräften vor Ort betreut. Von Seiten des BRK wurde zwischenzeitlich von den 30 Verletzten berichtet. Ob diese körperlich verletzt wurden oder lediglich durch eine psychologische Betreuung als „verletzt“ galten, ist vorerst unklar.

Der Einsatz ist auch am Abend noch nicht beendet. Laut dem BRK sind die Nürnberger Hilfsorganisationen mit einer Sanitäts-Einsatzleitung, mehreren Führungskräften, sechs Rettungswagen, drei Notärzten sowie diversen Schnell-Einsatzgruppen und Einsatzkräften der Psychosozialen Notfallversorgung auf dem Gelände. Insgesamt sind über 100 Einsatzkräfte, darunter rund 60 Kräfte des Rettungsdienstes und 50 Kräfte der Berufsfeuerwehr, vor Ort.

Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei Nürnberg übernimmt die Ermittlungen zu Unfallursache und -hergang. „Diese können allerdings derzeit aufgrund der weiterhin unklaren Gefahrensituation in den betroffenen Räumlichkeiten nicht vor Ort aufgenommen werden“, heißt es.

Dieser Artikel wurde gegen 19.28 Uhr aktualisiert.


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