Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg wird die Saison 2025/26 im oberen Tabellenmittelfeld beenden - das steht fest. Entsprechend ging der Blick vor dem Abschlussspiel in Hannover vor allem um Personalien, den Rest der Liga - und die Fans.

Es ist Feuer drin in der 2. Bundesliga: Drei Teams kämpfen noch um den Aufstieg, vier Teams um den Klassenerhalt. Irgendwo dazwischen, im grauen Niemandsland der Tabelle, steuert der 1. FC Nürnberg auf ein relativ belangloses Saisonfinale zu. Ein Zustand, der angesichts des fatalen Saisonstarts und der zuletzt guten Stimmung durch nur eine Niederlage in den jüngsten acht Spielen versöhnlicher ist, als er auf den ersten Blick wirkt.

Fakt ist: Für den Club geht es darum, ob er die Saison 2025/26 auf dem achten oder neunten Platz beendet – für sieben andere Teams geht es (teils in direkten Duellen) um weitaus mehr. Entsprechend gab Cheftrainer Miroslav Klose auf der Pressekonferenz am Freitag zu: „Ich finde es ein bisschen schade, dass ich mir das Saisonfinale nicht zuhause vor dem Fernseher ansehen kann, weil es wirklich spannend ist, sowohl oben als auch unten. Da können einzelne Tore den Unterschied machen.“ Zwar stellte der 47-Jährige klar, dass „der Fokus bei uns liegt“, man wolle „ein richtig gutes Spiel machen und Punkte mitnehmen, aber ich wäre gerne auf der Couch und würde mir bequemer machen“.

Zumindest einen Teil des Aufstiegskampfes kann der Cheftrainer, der freilich auch Fußballfan ist, verfolgen – aus nächster Nähe. Beziehungsweise: Er kann den Aufstiegskampf sogar beeinflussen. Denn der kommende Gegner, Hannover 96, zählt zum Trio der punktgleichen Teams, die noch vom Aufstieg träumen.

Für das Duell mit dem aktuellen Tabellendritten muss Klose allerdings auf „Herzstück“ Adam Markhiev verzichten, der aufgrund einer Operation nach seinem Nasenbeinbruch ausfällt. Als Alternativen kommen Rabby Nzingoula und Tom Baack in Frage, „es ist eine Fünfzig-Fünfzig-Entscheidung“. Darüber hinaus könnten auch Spieler zum Zug kommen, die zuletzt eher außen vor waren, sich aber Spielminuten verdient hätten. Dies betreffe laut Klose insbesondere „die jüngere Fraktion“, wobei es sich wohl eher um Einwechslungen als um Startelfeinsätze handeln dürfte. Sicher ist, dass Jan Reichert ins Tor zurückkehren wird.

Der 1. FC Nürnberg könnte mit einem Sieg einen sehr versöhnlichen Saison-Abschluss gestalten: Seit vier Spielen ist der Club ungeschlagen, in den letzten acht Partien gab es zudem nur eine einzige Niederlage. Dass der ruhmreiche Altmeister die Saison nicht wie im Vorjahr austrudeln lässt, hat nach Einschätzung des Trainers „mit Einstellung und Charakter zu tun“, aber auch mit der Anhängerschaft: „Die Fans kommen ins Stadion und wollen gute Leistungen sehen, das waren wir ihnen schuldig.“

Und die Fans kommen auch am Sonntag (Anpfiff um 15.30 Uhr) ins Stadion, fahren rund 450 Kilometer nach Norden, um ein Spiel zu sehen, in dem es für ihre Mannschaft nur noch um eine Platzierung im Mittelfeld geht. Entsprechend dankbar zeigte sich Cheftrainer Klose im Namen des gesamten Vereins: „Es waren um die 13.000 Kilometer, wenn man jede Reise mitmacht. Ein riesiges Dankeschön und Kompliment, die Unterstützung unserer Fans ist fantastisch. Das spüren wir und das ist ganz oft Thema in der Mannschaft.“

Spätestens mit dem bevorstehenden Ende der Spielzeit beginnen die konkreten Planungen für die neue Saison. Eine Schlüsselpersonalie ist dabei Mohamed Ali Zoma, Nürnbergs Top-Torjäger und Shootingstar. Der junge Italiener ist nach Einschätzung seines Trainers „völlig klar und total entspannt, er will die Saison zu Ende spielen und beschäftigt sich noch nicht damit“. Zuletzt habe Klose mit seinem Schützling gesprochen – über die neue Saison und über das Paket, darüber, was er noch lernen muss. „Es war ein gutes Gespräch und ich habe ein gutes Gefühl“, sagte Klose und nährte damit die Hoffnung auf einen Zoma-Verbleib.