Nürnberg - In den deutschen und österreichischen Alpen rechnet man eher nicht mit gefährlichen Tierbegegnungen. Doch tatsächlich kann ein Aufeinandertreffen mit Kühen schnell brenzlig werden. Welches Verhalten angeraten ist.

Wer in den Alpen beim Wandern unterwegs ist, rechnet wohl nur selten mit einer tödlichen Tierbegegnung. Raubtiere wie Bären sind in Deutschland und Österreich kaum verbreitet. In Italien kam es in der jüngeren Vergangenheit hingegen zu tödlichen Vorfällen. So beispielsweise im April 2023, als ein Jogger in der norditalienischen Provinz Trentino von einer Bärin tödlich verletzt wurde. Doch auch abgesehen von den großen Beutegreifern kann es in den Bergen bei Tierbegegnungen gefährlich werden und das ausgerechnet dann, wenn es besonders idyllisch wirkt.

Grasende Kühe auf Almwiesen: Dieses Bild dürfte für viele zur Traumvorstellung der perfekten Bergidylle gehören. Im Fall von zwei Wanderern endete ein Zusammentreffen im August 2025 aber dramatisch. Wie Alpin berichtet, war ein Ehepaar in der Ramsau am Dachstein mit ihrem Hund unterwegs, als sie auf eine Kuhherde mit mehreren Kälbchen trafen. Die Tiere fühlten sich offenbar bedroht und griffen an. Die 82-jährige Frau und ihr 85-jähriger Mann wurden niedergetrampelt und schwer verletzt. Der 85-Jährige verstarb auf dem Weg in ein Krankenhaus.

Zu einem Aufeinandertreffen mit Kühen kann es beim Wandern aber immer wieder kommen, manche Wege führen sogar mitten über Weiden. Umso wichtiger ist die richtige Verhaltensweise. Ein paar Hinweise sind hier zusammengestellt.

Generell sollte man den Tieren nicht zu nahe kommen, sie nicht streicheln und nicht füttern, rät Alpin. Dazu gehört auch, dass Kühe - wenn überhaupt - nur aus sicherer Entfernung, nicht aber als für ein Selfie fotografiert werden sollten. Versperrt eine Kuh den Weg, sollten Wanderer einen großen Bogen um das Tier machen und nicht versuchen, es zur Seite zu schieben. Besondere Vorsicht gilt es gegenüber Mutterkühen und ihren Kälbern zu wahren.

Begegnung mit Kühen in den Bergen: So verhältst du dich richtig

Der Deutsche Alpenverein (DAV) formuliert „fünf goldene Regeln“ für ein Aufeinandertreffen mit Kühen:

  • Abstand halten und Hunde anleinen. Falls die Kühe aggressiv reagieren, sollte man den Hund laufen lassen.
  • Körpersprache (erkennen): Man sollte die Tiere nicht mit den Augen fixieren und in ihrer Gegenwart möglichst ruhig bleiben, um sie nicht zu erschrecken. Gleichzeitig sollte man auf Drohgebärden der Tiere, wie Schnauben oder Brüllen, achten.
  • Vorsicht bei Kalb und Mutterkuh: Insbesondere Kälber sollte man, egal wie niedlich sie aussehen, nicht streicheln. Sieht eine Mutterkuh ihren Nachwuchs bedroht, könnte sie angreifen.
  • Im Fall der Fälle: Sollte eine Kuh angreifen, rät der DAV zu möglichst ruhigem Verhalten. Wanderer sollten dem Tier nicht den Rücken zukehren und die Weide schnell aber geordnet verlassen. Im äußersten Notfall kann man der Kuh mit einem Wanderstock auf die Nase schlagen.
  • Beobachten und andere aufmerksam machen: Oft lasse sich schon aus sicherer Entfernung erkennen, ob Kühe aggressiv sind oder nicht, so der DAV. Dann ist es ratsam, noch größeren Abstand einzuhalten und gegebenenfalls auch andere Bergsportler zu warnen.