Innsbruck - Ein sieben Jahre altes Mädchen ist in Österreich in einem lebensbedrohlichen Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Eltern wurden festgenommen. Die genauen Hintergründe sind noch unklar.

In Österreich machen haarsträubende Schlagzeilen um einen Vorfall die Runde, der ein junges Mädchen betrifft. Die Siebenjährige soll von ihren Eltern dermaßen benachteiligt worden sein, dass sie sich in einem lebensgefährlichen Zustand befand - gerade einmal 14 Kilogramm soll sie laut Bericht der österreichischen Zeitung Heute gewogen haben. Der Vorwurf des Verdachts auf Quälen und Vernachlässigen steht hierbei konkret im Raum, wie die Polizei erklärt.

Das Landeskriminalamt aus Tirol hat hierzu bereits am vergangenen Mittwoch, 13. Mai, eine Pressemitteilung veröffentlicht. Festgestellt wurde der Fall aber schon Ende April, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Demnach wurde das Landeskriminalamt Tirol im Rahmen einer Meldung nach dem Gewaltschutzgesetz darüber informiert, dass am 28. April dieses Jahres ein sieben Jahre altes Mädchen in einem augenscheinlich verwahrlosten und lebensbedrohlichen Zustand aufgefunden wurde. Dem Bericht zufolge hatten die Eltern des Kindes dieses ins Krankenhaus gebracht.

Dort wurde das Mädchen versorgt. Gegen die Eltern erhob sich allerdings der Verdacht, dem Kind gegenüber die Fürsorgepflicht über einen längeren Zeitraum vernachlässigt zu haben. Zudem wird den Eltern vorgeworfen, sich nicht rechtzeitig um die medizinische Versorgung des Kindes zu kümmern. Eine medizinische Versorgung wäre zudem auch nötig gewesen, um das Mädchen aufgrund einer Erkrankung zu betreuen. Aufgrund dieser wurde das Mädchen zuvor zu Hause unterrichtet.

Nach Einlieferung ins Krankenhaus - Eltern länger nicht erreichbar: Staatsanwaltschaft ordnet Festnahme an

Nachdem die beiden Elternteile infolgedessen nicht für die Ermittlungsbehörden erreichbar waren, ordnete die Staatsanwaltschaft Innsbruck die Festnahme der beiden an. Am 11. Mai und 12. Mai wurden diese vollzogen, nachdem sie sich selbstständig zur Polizei begeben hatten. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Innsbruck wurden die Eltern in eine Justizanstalt gebracht, wo auf Antrag die Verhängung einer Untersuchungshaft gestellt wurde.

Die Kronen-Zeitung konnte mit dem Bürgermeister der Gemeinde - die aus Persönlichkeitsschutzrechten nicht genannt wird - reden. Dieser erklärte, dass die Gemeinde „in einer Schockstarre [sei]. Dieser Fall hat uns völlig unvorbereitet getroffen“. Dem Bericht zufolge hat das Paar auch noch einen jüngeren Sohn, der nach den Vorfällen vorerst woanders untergebracht wurde. Zuvor soll die Familie nach außen hin intakt gewirkt haben.


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