
Es ist ein Unternehmen mit starker und langer Tradition in Bayern. Jetzt stehen die Jobs von rund 400 Angestellten auf dem Spiel. Der Schuhhändler Sutor hat Insolvenz angemeldet. Im Jahre 1934 wurde das Unternehmen einst gegründet, über die Jahrzehnte hinweg entstanden daraus 41 Filialen. Wie es dazu weiter heißt, wurden gleich für mehrere Gesellschaften von Sutor am 30. März 2026 Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Das Branchenmagazin Schuhkurier berichtete hier zuerst.
Betroffen von den Verfahren sind demnach die Sutor Schuh GmbH, die FJ Trading GmbH, die Happy Lagerverkauf GmbH sowie die Sutor GmbH & Co. KG. Den Firmensitz haben alle diese Unternehmen in Altdorf bei Landshut in Bayern. Auch ein Sachverwalter sei mittlerweile in die Angelegenheit mit eingeschalten worden. Dieser unterstütze demnach die Verantwortlichen. Die Geschäftsführung selbst bleibe auch weiter im Amt und übernehme und steuere das Tagesgeschäft.
Nach den ersten Wochen, in denen die Nachricht erst einmal von den Angestellten verdaut werden musste, steht nun offenbar fest, dass es für sechs Filialen in Bayern keine Zukunft mehr geben wird. So bestätigte der Berliner Unternehmer Steffen Liebich (hatte Sutor übernommen) gegenüber dem Springer-Verlag, dass folgende Standorte schließen müssen:
München-Moosach
Pfarrkirchen
Zwiesel
Kolbermoor
Regensburg (bereits geschlossen)
Landshuter Industriegebiet (bereits geschlossen)
Wie bild.de dazu weiter berichtet, solle auch das Zentrallager in der Landshuter Porschestraße dicht machen. „Es handelt sich um ein ausgesprochen erfolgreiches Insolvenzverfahren“, zieht Liebich für sich eine erste Bilanz. Weil die Eigentümer der Immobilien den Nachfolgern entgegengekommen seien, seien die Mietkonditionen angepasst worden. Man habe sich demnach „harmonisch geeinigt“, so der Geschäftsmann in dem Mediengespräch weiter. Auch die Familie Sutor wolle „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ ihren Teil zu der Sanierung beitragen.
„Online alleine funktioniert nicht mehr“
Zuvor hatte Liebich das Unternehmen über eine Beteiligungsgesellschaft übernommen. Die Filialen, die nicht schließen müssen, sollen auch weiter unter dem Namen „Sutor“ und „Happy Schuh“ die Türen öffnen. Das Ziel der Verantwortlichen nun: den persönlichen Kontakt zu Kundinnen und Kunden stärken. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Online-Kunden auch in die Geschäfte gehen, weil sie die Beratung suchen. Wir glauben an die Fachgeschäfte. Online alleine funktioniert nicht mehr.“
Man könne eine weitestgehend ausgeglichene Bilanz vorweisen, was stationären und digitalen Einzelhandel betreffe. Aktuell gelte das jedoch nur bedingt. Wie bild.de dazu weiter berichtet, stehe auf der Internetseite des Unternehmens derzeit lediglich zu lesen: „Wir sind bald wieder für Sie da!“.
Gründe für die Krise
Als Grund für den Schritt nannte das Unternehmen vor wenigen Wochen bereits wirtschaftliche Probleme. Auch in dieser Branche sei ein Wandel zu verzeichnen. Immer mehr Kundinnen und Kunden kaufen Schuhe online, statt diese im Laden anzuprobieren. Der Preisdruck durch unzählige Konkurrenten im Netz ist immens, dazu steigen die Kosten für Personal und Energie immer weiter an – ein wirtschaftlicher Teufelskreis.
Schock Anfang des Jahres
Erst Anfang Januar 2026 wurde das Unternehmen durch eine Beteiligungsgesellschaft übernommen. Wenige Tage danach wurden dann die vorläufigen Insolvenzanträge gestellt. Daraus lasse sich schließen – so bild.de damals dazu weiter – dass der neue Eigentümer eine Sanierung unter Insolvenzschutz abwickeln wolle. Man spricht hier auch von einer sogenannten „vorbereiteten Insolvenz“.
Ziel aller Verantwortlichen sei es nun, den laufenden Betrieb fortzuführen und gleichzeitig das Unternehmen neu auszurichten und aufzustellen – keine leichte Aufgabe. Laut dem Online-Portal Retail News verfolgt der neue Eigentümer einen Konsolidierungskurs im Schuhhandel. Einkauf, Logistik und Verwaltung sollen zusammengelegt werden, um Kosten zu sparen. Zudem sollen alle Marken unter einem Dach zusammengebracht werden. Zuvor standen aber auch die Kostenpunkte der 41 Filialen und deren rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Fokus. Nun ist also klar: Für vorerst mindestens sechs Filialen im Freistaat Bayern gibt es keine Zukunft mehr.