Nürnberg - Acht Profis hat der 1. FC Nürnberg am Samstag verabschiedet, einige Abgänge tun sportlich richtig weh. Beim treffsichersten Angreifer im Nürnberger Kader herrscht derweil weiter Ungewissheit - verlässt Zoma den FCN?

Er kam, sah und traf - mit etwas Verzögerung. Über die Saison hat sich Mohamed Ali Zoma zur Torversicherung des 1. FC Nürnberg gemausert. Der 22-jährige Angreifer, importiert aus der drittklassigen italienischen Serie C, avancierte zum wertvollsten Spieler im Kader von Trainer Miro Klose. Zwölf Tore und fünf Vorlagen in 28 Einsätzen haben Begehrlichkeiten über die Grenzen der zweiten Bundesliga hinaus geweckt. Seine Zukunft am Valznerweiher scheint mehr als ungewiss - auch weil er selbst ein klares Bekenntnis zum Verein vermeidet.

Kurz vor dem Anpfiff des letzten Heimspiels der Saison gegen den FC Schalke 04 verabschiedete der FCN acht Spieler, die den Verein im Sommer verlassen werden. Die auslaufenden Verträge von Danilo Soares, Tom Baack sowie Benjamin Goller werden nicht verlängert. Dazu kehren die Leihgaben Berkay Yilmaz, Henri Koudossou, Rabby Nzingoula, Tarek Buchmann und Eryk Grzywacz nach dem letzten Pflichtspiel in Hannover zu ihren jeweiligen Stammvereinen zurück. Unklar ist dagegen die Zukunft eines absoluten Leistungsträgers.

„Ich weiß es noch nicht“, entgegnet Mohmed Ali Zoma auf die Frage nach einem möglichen Verbleib beim Club in den Katakomben des Max-Morlock-Stadions. „Ich möchte die Saison beenden und danach werden wir sehen“, verweist er darauf, dass es der Job seines Beraters sei, sich um diese Angelegenheiten zu kümmern. Einen konkreten Plan oder eine Entscheidung soll es nicht geben: „Ich fühle mich hier wohl. Im Fußball kann alles passieren.“ Aussagen, die eher nach häufig genutzten Floskeln denn nach einem Treueschwur klingen.

„Lange genug im Geschäft“

Sein Trainer reagierte mit einem Augenzwinkern: „Dann werde ich ihm gleich ein bisschen was sagen“ schob Klose ein. Schon oft genug habe er Gespräche mit dem Angreifer geführt, könne aber keine Prognose abgeben: „Da müssen wir abwarten, was passiert. Es wird was kommen, ich bin lange genug im Geschäft“, stellt sich der Ex-Weltmeister auf Angebote für seinen Sturmstar ein. Gleichzeitig macht Klose klar, dass er gerne mit Zoma planen würde: „Ein bisschen Weg ist mit ihm noch zu gehen. Er ist ein fantastischer Junge. Ich arbeite unheimlich gerne mit ihm.“

Der Spagat zwischen nötigen Einnahmen aus Verkäufen und dem Bau einer schlagkräftigen Mannschaft fällt in den Aufgabenbereich von Sportvorstand Joti Chatzialexiou. Einen Totalausverkauf der Achse - ähnlich wie im letzten Sommer - gilt es zu vermeiden. „Das weiß Joti, wir reden lange und oft genug. Das ist absolut unser Ziel, aber wir sind beide Realisten.“ Man müsse bei Kaufinteressenten „in die Gespräche gehen und sehen wo unsere Schmergrenze liegt. Es kommt auch immer auf den Preis an. Wenn etwas passiert, muss das ein oder andere schneller gehen, das wäre mir am liebsten“, stellt Klose klar.

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