
Der 1. FC Nürnberg steht vor dem Ende einer weiteren relativ sorgenfreien, aber sportlich höchstens soliden Saison. Das 3:0 im letzten Heimspiel bei der Mischung aus Fan-Fest und Freundschaftskick gegen Schalke 04 sorgt für einen gelungenen Vor-Abschluss, nächsten Sonntag in Hannover geht es maximal um eine marginale Verbesserung in der Tabelle. Eigentlich könnte alles so schön sein, doch eine Äußerung von Sportvorstand Joti Chatzialexiou am Rande des Spiels sorgt für Aufruhr in den FCN-Foren.
In einem Interview bei Sky sagt der Sport-Boss: „Ich muss in Nürnberg kreativ sein. Von daher hoffe ich, dass wir dieses Jahr einige tragende Säulen halten können. Das werden wir nicht bei jedem schaffen. Um dann auch in der kommenden Saison eine Rolle zu spielen. Nicht oben! Aber wir wollen uns einfach steigern.“ In dieser Antwort steckt gleich mehrfach Zündstoff.
Zum einen werfen viele Clubfans dem Vorstand vor, Leistungsträger nicht halten zu können, was zu Umbrüchen im Sommer und einem jährlichen Neuaufbau beim FCN führt. Auch heuer droht Trainer Miro Klose der Verlust zahlreicher Säulen seiner Mannschaft. Doch vor allem der letzte Satz von Chatzialexiou lässt die Anhänger aufschreien. Denn während die Verkaufsstrategie ihren Ursprung auch in wirtschaftlichen Zwängen beim FCN hat, ist die Zielsetzung ein höchst subjektives Thema, bei dem der Verein die volle Kontrolle hat.
Ist also eine weitere Saison im Niemandsland wirklich der Plan beim „Ruhmreichen“? Dass höchstens ein Platz im Mittelfeld drin ist, dürfte der Sportboss kaum denken. Stattdessen liegt die Vermutung nahe, dass Chatzialexiou tief stapelt, weil er aus den Fehlprognosen anderer gelernt hat - oder seinem Trainer nicht zu viel Druck machen will. Man erinnere sich an Ex-Sportvorstand Dieter Hecking, der seinerzeit zur Saison 2022/23 einen Platz unter den ersten sechs als Saisonziel ausgab - am Ende ging es gegen den Abstieg, der Club landete auf Rang 14.
Dazu kommt, dass der Kader sich, wie erwähnt, vor der nächsten Spielzeit wohl erneut massiv verändern wird - eine verlässliche und fundierte Prognose scheint da kaum möglich. Eine vorsichtige Prognose dürfte zwar kaum Fan-Sympathien kosten, andererseits ist die Aussicht auf eine weitere Saison abseits der begehrten oberen Ränge sicher kein Verkaufsargument für Dauerkarten. Obendrein verfügt der FCN über einen Spieler-Etat, der eher in die Oberklasse der zweiten Bundesliga zu zählen ist. Man wolle irgendwann „den Punch haben, aufzusteigen“, hatte Chatzialexiou bei Amtsantritt am 3. Juni 2024 in die Mikrofone diktiert. Von diesen Aufstiegsplänen ist nach zwei Jahren offenbar nicht viel geblieben.
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