
Zugegeben: Es ging am Samstagabend im Nürnberger Max-Morlock-Stadion um nicht viel mehr als die berühmte goldene Ananas, diese aber sicherte sich der Club in ungewohnt souveräner Manier. Der 3:0-Erfolg über Schalke rundete einen rundum gelungenen FCN-Abend ab, bei dem verschiedene Protagonisten glänzen konnten, die in den Vormonaten nur wenig Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Etwas, das sich freilich nicht über Mohamed Ali Zoma sagen lässt. Und doch war auch sein Startelf-Comeback nach überstandener Oberschenkelverletzung eine der positiven Geschichten, die der Club gegen Königsblau zu schreiben imstande war. Einmal mehr demonstrierte Zoma seine elementare Wichtigkeit im Nürnberger Angriffsspiel: Mit seinen Tiefenläufen stellte er die Schalker Hintermannschaft ein ums andere Mal vor große Schwierigkeiten. Letztlich belohnte sich der Italiener auch für seinen starken Auftritt, nachdem die ersten beiden Treffer des 22-Jährigen noch wegen Abseits aberkannt worden waren.
Tempo satt: Zoma und Koudossou nicht zu bremsen
„Ich denke, wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und ich bin sehr glücklich darüber, dass wir die Heimspiel-Saison auf diese Art beenden konnten“, zeigte sich Zoma nach Abpfiff rundum zufrieden. Acht seiner bislang zwölf Saisontore hat der Angreifer in der Rückrunde erzielt. Nachdem der Sommer-Neuzugang in seinen Anfangswochen im Frankenland noch zu verschwenderisch vor dem gegnerischen Gehäuse agierte, weiß Zoma seine Großchancen inzwischen zu nutzen. Auch sein Trainer attestiert ihm weitreichende Verbesserungen - unter anderem, was Timing, Tiefenläufe und Technik angeht. „Er ist ein fantastischer Junge. Ich arbeite unheimlich gern mit ihm“, schwärmte Klose über den Torjäger, der zudem „sehr klar im Kopf“ sei.
Ähnlich wie bei Zoma zeigt auch die Formkurve von Henri Koudossou weiterhin nach oben. Gegen Schalke traf der antrittsstarke Rechtsverteidiger zum zwischenzeitlichen 2:0 - sein erstes Tor seit September. „Er ist mit dem Ball am Fuß schwer aufzuhalten“, sagte Klose über seinen Schützling und weiter. „Er kommt jetzt gerade immer besser rein, aber leider haben wir nur noch ein Spiel.“ Koudossou selbst, der dem FCN wegen einer Sprunggelenksverletzung monatelang nicht zur Verfügung gestanden war, schlug ähnliche Töne an: „Es wird wöchentlich immer besser. Man spielt sich mehr und mehr ein, was sich komisch anhört am 33. Spieltag, aber wenn man so lange verletzt war, ist das der Fall“, gab die Leihgabe vom FC Augsburg einen Einblick.
Zwei Oldies bringen es noch
Nicht wenige Anhänger dürften zudem schon vor Anpfiff beim Blick auf die Aufstellung gestaunt haben. Danilo Soares durfte erstmals seit dem 2. Spieltag wieder mitwirken, Torwart-Papa Christian Mathenia feierte gar sein Saison-Debüt - und hielt gleich die Null. „Ich freue mich, dass ich meinen Teil beitragen konnte“, gab der Routinier, der mehrere Schalker Torchancen vereitelte, bescheiden zu Protokoll. Linksverteidiger Soares machte seinen Job ebenso souverän und setzte auch offensiv einige Duftmarken. „Er hat es absolut verdient“, begründete Klose den Startelfeinsatz des 34-Jährigen, den er insbesondere für sein vorbildhaftes Verhalten in den vergangenen Monaten hervorhob.
So gab es - aus Nürnberger Sicht - (fast) nur Gewinner an diesem sonnigen Samstagabend. Dass einige der Akteure ein letztes Mal für den Club im Max-Morlock-Stadion aufgelaufen sein dürften, steht indes auf einem anderen Blatt. Unversöhnlicher macht es den Heim-Abschluss jedoch nicht.