Berlin - Ein beliebter Streamingdienst ist in den Fokus von Betrügern gerückt. Damit nun auch potenziell Millionen Kunden in Deutschland gefährdet. Wir erklären dir, wie du dein Konto und Geld jetzt dagegen absichern kannst.

Wie die Verbraucherzentrale in einer aktuellen Warnmeldung bekannt macht, ist derzeit ein Schreiben in Umlauf, das angeblich im Namen eines auch in Deutschland beliebten Streaming-Giganten verschickt wird. Beim vermeintlichen Amazon-Prime-Konto sei die Belastung des Mitgliedsbeitrags fehlgeschlagen. Unter dem Betreff „Aktualisierung Ihrer Zahlungsmethode erforderlich KEY-<5-stellige Nummer>“ werde deshalb zur Aktualisierung der Zahlungsdaten aufgefordert.

Auffällig sei hier, dass mehrere Prime-Vorteile (z. B. Prime Video, Prime Music oder schneller Versand) als derzeit nicht verfügbar dargestellt werden, um den Eindruck einer bereits bestehenden Einschränkung zu vermitteln. Typischerweise werde durch die Aufforderung zur zeitnahen Aktualisierung der Zahlungsdaten sowie die angebliche Sperrung einzelner Dienste Handlungsdruck erzeugt, um zu einer unmittelbaren Reaktion zu verleiten.

Aber auch weitere Anzeichen für Phishing seien hier gegeben: unpersönliche Anrede („Hallo“), unseriöse Absendeadresse, angebliche Zahlungsprobleme, Einschränkungen von Diensten sowie ein Link in der Mail. Von Seiten der Expertinnen und Experten heißt es dazu wörtlich weiter: „Wir raten Ihnen, Phishing-Mails zu ignorieren und unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben, um Ihre persönlichen Daten zu schützen. Falls Sie Prime-Mitglied sind, prüfen Sie Zahlungsinformationen ausschließlich über die offizielle Amazon-App oder die Internetseite.“

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Vor dieser Mail wird gewarnt. © https://www.verbraucherzentrale.de

In sämtlichen Fällen gilt ganz allgemein: Keinesfalls darauf reagieren. Oft fragen sich auch Menschen, ob irgendetwas falsch gemacht wurde, weil man solche Spam-Nachrichten erhält. Hier kann man für Beruhigung sorgen.

Mittlerweile arbeiten Betrüger mit hochintelligenten Maschinen. Diese generieren in der Sekunde Hunderte Zahlenkombinationen – bis irgendwann eine echte Nummer zufällig herauskommt, die dann angeschrieben wird. Gleiches gilt in Sachen Buchstabenkombinationen und Mailadressen. Zudem könnte dein Kontakt auch in einem Datenleck aufgetaucht und dadurch in die Hände von Betrügern gelangt sein. Heißt im Klartext: Auch wenn du nicht auf „gefährlichen Seiten“ surfst, kann es dich mit einer Nachricht hier einmal treffen.

Solange du aber darauf nicht reagierst, kann dir auch nichts passieren. Gefährlich kann es erst dann werden, wenn du auf Links klickst und dort persönliche Daten wie Passwörter oder Kontonummern eingibst. Meist treten diese Spam-Mails alle zwei, drei Monate schubweise auf. Dann erhälst du mehrere Nachrichten auf ein paar Tage verteilt. Irgendwann hört der Spam dann wieder auf – bis eine künstliche Maschine in ein paar Monaten wieder zufällig bei deiner Telefonnummer beziehungsweise deiner Mailadresse herauskommt.

In einem Beispiel, das unserer Redaktion vorliegt, kam es gleich zu drei verschiedenen Nachrichten innerhalb weniger Tage. Auch hier hat der Empfänger einfach nicht darauf reagiert, beziehungsweise die Nachrichten über die SMS-Funktion sogar als Spam gemeldet. Vorteil: Nach einiger Zeit erkennt dein Telefon den Absender und leitet die Nachricht automatisch in den Spam-Ordner weiter, ohne dir die Nachricht extra zu pushen.