
Auf der Bildungsmesse Learntec in Karlsruhe wurde das Projekt „Tribunal 45 – Working on Justice“ aus Nürnberg, ein sogenanntes Serious Game, in der Kategorie „Gesellschaft und lebenslanges Lernen“ ausgezeichnet. Das App-Spiel packt historische Bildung in ein interaktives Format.
Besucher des Memorium Nürnberger Prozesse, die das Spiel starten, schlüpfen in die Rolle der französischen Anklägerin Aline Chalufour. Anstatt nur passiv Texte zu lesen, analysieren die Spieler Beweise, führen Gespräche mit historischen Akteuren und setzen sich mit den Grundfragen des Völkerstrafrechts auseinander.
Entwickelt wurde die App 2025 zusammen mit den Berliner Experten von „Playing History“. Das Ziel: Weg von den immergleichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, hin zu einem frischen, illustrierten Stil, der zum Nachdenken anregt - ohne die Schwere des Themas zu verlieren.
Die Jury lobte vor allem, wie das Spiel fachliche Tiefe mit Emotionen verbindet. Für das Memorium ist der Preis eine Bestätigung: „Der delina bestärkt uns darin, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, digitales Lernen mit historischen Inhalten zu verbinden, richtig ist. Die Learntec und der delina Award genießen beide Renommée – wir sind also nun von Expertinnen und Experten und Profis in unserem Ansatz bestärkt worden“, sagt Sophia Brostean-Kaiser, die den Preis stellvertretend für das Projektteam in Karlsruhe entgegennahm. In der Branche gilt der delina als wichtiger Gradmesser für digitale Bildung.
Der Erfolg zeigt sich auch in Zahlen
Dass das Konzept ankommt, zeigen auch die Nutzerzahlen: Über 20.000 Mal wurde die App bereits heruntergeladen - öffentlich vorgestellt wurde es Ende November 2025. Gefördert wurde das App-Spiel und dessen Entwicklung durch die Stiftung EVZ und das Bundesfinanzministerium. Wer es selbst ausprobieren möchte: „Tribunal 45“ ist kostenlos Teil der „Memorium Nuremberg Trials“-App und funktioniert sowohl daheim auf dem Sofa als auch direkt vor Ort in der Ausstellung in Nürnberg.
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