Nürnberg - Beim FCN neigt sich eine durchwachsene Spielzeit ihrem Ende zu. Während sich viele Anhänger uneins sind, wie das Saisonfazit ausfällt, hat TV-Experte Felix Kroos eine ziemlich klare Meinung.

Das zweite Klose-Jahr ist beinahe zu Ende, doch was bleibt davon? Nach 48 Zählern und Platz zehn in der Vorsaison steuert der 1. FC Nürnberg erneut auf eine Platzierung im Tabellen-Mittelfeld zu. Nicht wenige Anhänger empfinden diesen Umstand als ernüchternd, zumal die Punktausbeute aus dem Vorjahr noch unterlaufen werden dürfte. Andere Fans verweisen auf die zahlreichen späten Transferbewegungen, die als Ursache für den verkorksten Saisonbeginn herangezogen werden.

Nach Horror-Start: „Man muss froh sein bei Nürnberg“

Ähnlich sieht es auch der ehemalige Bundesliga-Profi Felix Kroos: „Nach dem Start in die Saison muss man froh sein bei Nürnberg, dass man eine relativ ruhige Saisonendphase hat, in der man nicht mehr im Abstiegskampf ist“, merkte der heutige TV-Experte im RTL/ntv-Interview an. Bekanntlich hatte der Club nach fünf Spieltagen erst einen mickrigen Zähler gesammelt und bildete das Tabellenschlusslicht. Obendrein waren die Franken - auf blamable Art und Weise - schon in der ersten Pokalrunde am Viertligisten Illertissen gescheitert.

Dann allerdings folgte der Turnaround: „Man hat es dann wirklich geschafft, sich aus einer schwierigen Situation herauszuarbeiten, indem man auch am Trainer, an Miro Klose, festgehalten hat, dem Weg da vertraut hat und auch wusste, dass einfach der Weg, den die Nürnberger gehen, ein langfristiger ist“, analysierte Kroos. Dass die Nürnberger Verantwortlichen dem Cheftrainer die nötige Zeit gaben, die man „im Fußball nicht immer hat“, hält der ehemalige Mittelfeldspieler für „gut“ - gerade angesichts des jungen FCN-Kaders.

„Saison zum Lernen“ und der nächste Schritt

So fällt auch das Fazit von Kroos vorsichtig optimistisch aus: „Es war eine Saison zum Lernen, wo man etwas aufgebaut hat und wo man hofft, dass man das weiter auch bilden kann, dass es nicht zu viele Abgänge gibt, dass sich punktuell verstärkt wird und man sich dann Stück für Stück einfach an die oberen Plätze heranarbeitet“, so der 35-Jährige. Dieser nächste Schritt werde demzufolge auch das Ziel in der kommende Spielzeit sein. Mit der noch laufenden Saison könne man in Franken jedoch „grundsätzlich erstmal zufrieden“ sein, „aber es ist nichts, worauf man sich ausruhen kann“, stellte Kroos klar.

Dass das Urteil des Fernsehexperten nicht zwingend auch dem Grundsatz der Richtigkeit entspricht, zeigt sich derweil in diesen Tagen. Im Januar war sich Kroos sicher, dass der FC Schalke 04 nicht in die Bundesliga aufsteigen würde - Ausgang bekannt.