
Blumen, Geschenksets, gemeinsame Zeit – rund um den Muttertag (10. Mai) und Vatertag (14. Mai) wird in Deutschland kräftig geschenkt. Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) planen in diesem Jahr rund 30 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher Geschenkausgaben zum Muttertag – in Summe erwartet der HDE Ausgaben von rund 1,05 Milliarden Euro im Einzelhandel. Doch wie großzügig die Menschen je nach Stadt sind, unterscheidet sich deutlich. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Online-Blumenversands Bloom & Wild.
Nürnberg beim Vatertag ganz vorne – mit großem Abstand
Im Schnitt geben Nürnbergerinnen und Nürnberger bei Bloom & Wild zum Vatertag rund 48,02 Euro pro Bestellung aus – mehr als in jeder anderen verglichenen deutschen Stadt. Freiburg folgt auf Platz zwei mit 45,38 Euro, Ulm liegt mit 44,08 Euro auf Rang drei.
Besonders auffällig: In Nürnberg ist der Unterschied zwischen Mutter- und Vatertag einer der größten deutschlandweit. Zum Muttertag liegt der durchschnittliche Bestellwert bei 40,72 Euro – zum Vatertag sind es rund 18 Prozent mehr. Zum Vergleich: In vielen anderen Städten sind die Ausgaben an beiden Tagen ähnlich hoch oder der Muttertag liegt sogar leicht vorne.
Was hinter der Auswertung steckt
Grundlage der Analyse sind interne Bestelldaten von Bloom & Wild. Ausgewertet wurden durchschnittliche Bestellwerte für Produkte wie Blumen und Geschenksets in den Kategorien „Muttertag“ und „Vatertag“ im Zeitraum von Dezember 2024 bis November 2025. Erfasst wird damit nicht der gesamte Geschenkmarkt, sondern das Bestellverhalten über diesen Anbieter.
Zum Muttertag liegt Potsdam vorn – Nürnberg im Mittelfeld
Beim Muttertag sehen die Daten von Bloom & Wild anders aus: Hier führt Potsdam die Rangliste mit einem Durchschnittswert von 42,32 Euro an, gefolgt von Frankfurt am Main (41,61 Euro) und München (41,51 Euro). Nürnberg landet beim Muttertag auf Platz neun mit 40,72 Euro – weit entfernt vom Vatertags-Spitzenwert.
Insgesamt geben Deutsche laut der Auswertung im Schnitt zwischen 39 und 42 Euro pro Bestellung aus. Der HDE-Durchschnitt von 18,72 Euro pro Person liegt deutlich darunter – er bezieht sich aber auf alle Konsumierenden, also auch jene, die gar nichts ausgeben.
Muttertag und Vatertag: Was Mütter und Väter sich wirklich wünschen
Dabei schenken viele an Muttertag und Vatertag womöglich am eigentlichen Wunsch vorbei. Das zeigt eine repräsentative Studie des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) aus dem Jahr 2023: Während Eltern sich vor allem gemeinsame Zeit mit der Familie wünschen, planen viele Kinder Sachgeschenke – und geben dafür teils erhebliche Summen aus. Für den Vatertag waren damals im Schnitt sogar 59 Euro pro Person geplant. Das NIM ist ein Non-Profit-Forschungsinstitut mit Sitz in Nürnberg und Gründer der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).
Geschenke werden meist auf den letzten Drücker gekauft
Wer noch kein Geschenk hat, ist damit nicht allein: Die Daten von Bloom & Wild zeigen, dass die meisten Menschen erst kurz vor dem Anlass bestellen. Rund 45 Prozent aller Muttertagsbestellungen werden nur drei bis fünf Tage vorher aufgegeben – der stärkste Tag liegt vier Tage vor dem Fest. Beim Vatertag wird sogar noch spontaner entschieden: Hier ist der häufigste Bestellzeitpunkt drei Tage vorher, und 15,5 Prozent bestellen erst zwei Tage vor dem Anlass – mehr als doppelt so viele wie beim Muttertag.
Wer online bestellt, sollte die Bestellfristen des jeweiligen Anbieters im Blick behalten – diese unterscheiden sich je nach Versanddienst teils deutlich. Als Faustregel gilt: mindestens zwei bis drei Tage vorher bestellen, um auf der sicheren Seite zu sein.
Nachhaltiger schenken an Muttertag und Vatertag: Was Experten empfehlen
Wer beim Schenken auch die Umwelt im Blick behalten möchte, findet Unterstützung bei verschiedenen Organisationen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt zum Beispiel heimische Blumen, Fair-Trade-Produkte oder selbst gemachte Gutscheine statt importierter Massenware. Auch der WWF weist darauf hin, dass Erlebnisse oder Naturschutz-Patenschaften eine sinnvolle Alternative zu klassischen Sachgeschenken sein können. Der Bund für Umwelt und Naturschutz rät generell dazu, statt weiterer Gegenstände lieber gemeinsame Zeit zu verschenken – ein Ratschlag, der sich übrigens gut mit dem deckt, was Mütter und Väter laut der NIM-Studie ohnehin am liebsten hätten.