Windhuk - Experten schlagen Alarm: In Namibia werden deutlich mehr Ansteckungen mit der Tropenkrankheit Malaria registriert als saisonal üblich. Betroffen ist eine bei Reisenden beliebte Region. Was diese nun beachten sollten.

Namibia ist bei Reisenden beliebt. Das südafrikanische Land ist unter anderem ein optimales Reiseziel für Safaris und das hautnahe erleben von Tieren, die man sonst allenfalls aus dem Zoo kennt. Doch Reisemediziner warnen eindringlich: Die Malaria-Fallzahlen in Namibia steigen derzeit ungewöhnlich stark an. Urlauber in dem Land in Afrikas Südwesten sollten sich konsequent vor Mückenstichen schützen, heißt es vom Centrum für Reisemedizin (CRM). Schwerpunktmäßig betroffen sei die für Safaris und Rundreisen bei Touristen beliebte Sambesi-Region im Nordosten Namibias. In dem Gebiet befinden sich mehrere Nationalparks. Zu beobachten sind unter anderem Löwen, Elefanten, Zebras, Flusspferde und Leoparden.

Laut Informationen des Auswärtigen Amts gilt in der Provinz Sambesi beziehungsweise im Caprivi-Streifen ganzjährig ein hohes Malaria-Risiko. Das Auswärtige Amt rät daher zur Verwendung von Mückenschutz und Bettnetzen sowie zum Tragen von entsprechender Kleidung.

„Die Dynamik des aktuellen Ausbruchs übertrifft die üblichen saisonalen Entwicklungen deutlich“, sagt der wissenschaftliche Leiter des CRM, Tomas Jelinek, laut einer Mitteilung. „Reisende sollten die Situation ernst nehmen und sich entsprechend vorbereiten.“

Dazu zählt, vor Ort lange Kleidung zu tragen, vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Denn die übertragenden Anopheles-Mücken sind dämmerungs- und nachtaktiv. Freie Hautstellen können mit Mückenspray (auch: Repellents) eingesprüht werden. Über den Betten sollten Moskitonetze gespannt oder entsprechende Gitter an den Fenstern angebracht sein.

Gegen Malaria gibt es auch eine medikamentöse Prophylaxe. Ob die angebracht ist, ist rechtzeitig vor Abreise individuell ärztlich abzuklären. Es kann ratsam sein, Notfallmedikamente für eine Selbsttherapie dabei zu haben – vor allem in Regionen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung.

Tropenkrankheit Malaria: Kann auch Wochen oder Monate nach dem Stich noch ausbrechen

Hat man Symptome wie Fieber-, Kopf- und Gliederschmerzen, sollte man möglichst umgehend eine Arztpraxis aufsuchen. Auch, wenn die Beschwerden durch eine mögliche Notfallselbsttherapie schon nachlassen.

Bei unklaren fiebrigen Infekten nach der Heimkehr sollte man die zurückliegende Tropenreise beim Arzt erwähnen. Malaria kann auch Wochen oder Monate nach dem Stich der Mücke noch ausbrechen. Die Erkrankung kann lebensbedrohlich sein. Wird sie früh erkannt und behandelt, heilt sie aber in aller Regel folgenlos aus.