
Majestätisch thronen der Dom und die Severi-Kirche über der Innenstadt. In einer Märchenkulisse wähnt man sich bei einem Spaziergang über die Krämerbrücke. Thüringens Landeshauptstadt Erfurt ist ein optimales Ziel für einen Wochenend- oder Tagesausflug. Von Nürnberg aus ist die Stadt bequem mit dem Regionalzug zu erreichen.
Zu den absoluten Must-Sees in Erfurt gehört natürlich allem voran der Dom. Schon der Weg hinauf über die Domstufen ermöglicht einen guten Ausblick auf die Fachwerk-Parade, die die Innenstadt bietet. Im Inneren bietet das Gotteshaus einen großen Altar und kunstvolle Fenster. Unweit des Doms erhebt sich die Zitadelle Petersberg. Ein Panoramaweg führt vom Dom hinauf. Von oben kann man den Blick über Fachwerk, Ziegeldächer und Kirchtürme schweifen lassen.
Ebenfalls nicht verpassen dürfen Erfurt-Besucher und -Besucherinnen die Krämerbrücke. Hier reihen sich kleine Fachwerkhäuser eng aneinander. Hinter den Schaufenstern bieten kleine Läden und Cafés ihre Waren an. Der Gang über die Brücke lässt einen nahezu unweigerlich an eine Märchenkulisse denken.
Immer wieder beim Rundgang durch Erfurt begegnet man alten Bekannten aus der Kindheit. In der Landeshauptstadt ist der KiKa beheimatet und so ist die Stadt gespickt von den ikonischen Figuren des Senders. Auf dem Anger grüßen Maus und Elefant, das Sandmännchen sitzt auf einer Bank in der Kreuzgasse, Käpt‘n Blaubär und Hein Blöd schippern auf der Gera und der notorisch schlecht gelaunte Bernd, das Brot, weilt neben dem Rathaus. Tabaluga „bewacht“ die Staatskanzlei und Pittiplatsch hat seinen Platz an der Rathausbrücke. Und noch weitere Figuren gibt es in der Stadt zu entdecken. So wird ein Spaziergang durch die Gassen Erfurts zu einer Erinnerungstour durch die eigene Kindheit.
Neben städtischem Charme finden sich in Erfurt auch grüne Oasen, die zum Durchatem einladen, so zum Beispiel Klein Venedig an der Gera oder der egapark im Südwesten der Stadt. Im egapark blühen seit Jahrzehnten bunte Blumen, je nach Jahreszeit mal Tulpen, mal Rosen, mal Lilien. Im Danakil Urwald- und Wüstenhaus oder in den kunstvoll angelegten japanischen Gärten kann man zudem weit entfernte Welten entdecken.
Zu kurz kommen darf zwischendurch natürlich auch nicht die Verpflegung und Stärkung. Erfurt wartet an fast jeder Ecke mit einem Restaurant, einem Café oder einer Bar auf, deswegen kann hier allenfalls eine Auswahl zusammengestellt werden. Empfehlenswert für ein Abendessen oder ein Bier unter freiem Himmel, im Schein von Lichterketten ist Nerly. Hier finden auch Veranstaltungen und Konzerte statt. Kaffee, Limonaden und Gebäck gibt es beispielsweise in Nilo‘s Café, direkt beim Sandmännchen um die Ecke. Wer abends einen Aperol Spritz unter Holzbalken schlürfen will, wird im Speicher fündig. Ein Glas Wein mit Blick auf den Dom lässt sich im Café Hilge genießen. Beliebtes Eis gibt es beim Eiskrämer auf der Krämerbrücke oder in der Kreuzgasse. Hier braucht es aber einiges an Geduld. An sonnigen Tagen zieht sich die Schlange an Wartenden weit über die Brücke beziehungsweise durch die Kreuzgasse.
Die Wege in Erfurt sind kurz. Fast alles lässt sich bequem erlaufen, nur für wenige Ziele, wie den egapark, ist man auf die Tram angewiesen und so eignet sich der Erfurt-Besuch auch optimal für einen lockeren Tagesausflug. Vom Hauptbahnhof Nürnberg verkehrt der RE29 mehrmals täglich direkt zum Erfurter Hauptbahnhof. Von dort aus ist die belebte Innenstadt nur einen Steinwurf entfernt. Die Fahrtzeit beträgt eine Stunde und 50 Minuten. Von Bamberg aus erreicht man Erfurt sogar in einer guten Stunde. Wer etwas schneller ans Ziel gelangen will, kann auch den ICE nehmen.
