
Mehrere Zeugen hatten am Tattag gegen 20 Uhr eine größere körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei vermummten Personengruppen im Bereich des Rennwegs gemeldet. Im Umfeld konnten Streifenbesatzungen der Nürnberger Polizei und Einsatzkräfte des mittelfränkischen Unterstützungskommandos (USK) im Anschluss mehrere Dutzend Tatverdächtige festnehmen. Die ersten Erkenntnisse bestätigten demnach den Verdacht, dass es sich bei den beiden Gruppen um Personen mit Bezug zu den Ultraszenen des 1. FC Nürnberg sowie des 1. FC Köln handelte.
Im Rahmen der eng abgestimmten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und der Kriminalpolizei Nürnberg gelang es auf Grundlage der vorliegenden Beweismittel, weitere Tatverdächtige zu identifizieren. Der Tatvorwurf gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch soll sich derzeit gegen insgesamt 68 Tatverdächtige richten. In diesem Zusammenhang hat das Amtsgericht Nürnberg zwischenzeitlich elf Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Diese haben Einsatzkräfte der Bayerischen Polizei und der Polizei Nordrhein-Westfalen in den Morgenstunden des heutigen Dienstags vollzogen.
Drei Durchsuchungen fanden im Stadtgebiet Nürnberg sowie eine Durchsuchung im unterfränkischen Ebelsbach (Lkrs. Haßberge) statt. Eine weitere Person trafen die Beamten an ihrer Arbeitsstelle in Windsbach (Lkrs. Ansbach) an. In Nordrhein-Westfalen waren von den Maßnahmen sechs Wohnungen in Köln betroffen. „In mehreren Fällen verschafften sich die Einsatzkräfte der Polizei mit unmittelbarem Zwang Zugang zu den betroffenen Wohnungen. Hierbei entstand entsprechender Sachschaden“, heißt es in der Mitteilung. Beschuldigte oder Einsatzkräfte seien während der Durchsuchungsmaßnahmen nicht verletzt worden. Die Einsatzkräfte stellten in mehreren Wohnungen mutmaßliche Tatkleidung von Verdächtigen sowie bei mehreren Betroffenen Mobiltelefone sicher.
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Neben Beweismitteln im zugrundeliegenden Verfahren fanden Einsatzkräfte in einer Nürnberger Wohnung wohl auch Kokain. Da der 23-jährige Bewohner zudem in Verdacht steht, an weiteren fußballbezogenen Gewalttaten beteiligt gewesen zu sein, stellte die Staatsanwaltschaft Haftantrag gegen den Beschuldigten. Er wurde festgenommen und wird einem Ermittlungsrichter vorgeführt. In der Wohnung im unterfränkischen Ebelsbach stellten die Beamten außerdem das Dopingmittel Testosteron sicher. Gegen den 25-jährigen Besitzer wird ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz eingeleitet. Die sichergestellten Beweismittel sollen zum Nachweis der Tatbeteiligung sowie zur Identifizierung von weiterhin unbekannten Tatverdächtigen herangezogen werden. Entsprechend werden die Ermittlungen in diesem Verfahren fortgesetzt.
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