
Das Betreten von Gotteshäusern ist in Deutschland - anders als in vielen anderen Ländern Europas - weitgehend kostenlos. Zumindest noch. Zuletzt hatte der Kölner Dom für Schlagzeilen gesorgt, als das Erzbistum eine Gebühr von zehn Euro für den Innenraum des Gotteshauses ankündigte. In der Bayern erhebt derzeit die Stadtkirche St. Jakob im Touristen-Hotspot Rothenburg ob der Tauber Eintrittsgelder, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.
Und auch in Nürnberg ist die Idee bereits umgesetzt worden: Wer die Nürnberger Sebalduskirche von innen besichtigen will, muss künftig Eintritt zahlen. Für touristische Besichtigung werden vom 17. Mai an fünf Euro für Erwachsene fällig, wie die Gemeinde St. Sebald in Nürnberg vor wenigen Tagen mitteilte.
In Nürnberg will die Gemeinde mit den zusätzlichen Einnahmen den Erhalt der über 700 Jahre alten Stadtkirche dauerhaft sichern. „St. Sebald ist seit Jahrhunderten eine offene Kirche für alle Menschen – und soll es auch in Zukunft bleiben“, sagte Pfarrer Martin Brons gegenüber der dpa.
Die Gebühr gilt allerdings nur für Touristen - Betende und Gemeindeglieder haben weiterhin freien Eintritt.
Bald wohl auch Eintritt für die Nürnberger Lorenzkirche fällig
Doch damit nicht genug: Nach der Sebalduskirche könnte auch Nürnbergs wohl bekannteste Kirche, die Lorenzkirche, bald Eintritt kosten. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, prüfe die evangelische Gemeinde derzeit, ob sie für den Besuch von St. Lorenz künftig Geld verlangen soll.
Hintergrund seien die hohen Kosten für den Erhalt der Kirche. Nürnbergs Stadtdekan Körnlein sagte dem Bayerischen Rundfunk, es gehe um Millionenbeträge, die für Sanierung und Unterhalt der Kirchen aufgebracht werden müssten. Früher hätten viele Kirchenmitglieder diese Kosten mitgetragen. Heute brauche es auch die Unterstützung der Menschen, die die Kirchen besichtigen und sich an den Kunstwerken erfreuen.