
Ganz gleich, ob zum Wachwerden am frühen Morgen, bei der Arbeit oder zum Kuchen am Sonntag – Kaffee gehört für viele Menschen zum Alltag. Doch was macht man mit dem übrig gebliebenen Kaffeesatz? Statt ihn einfach wegzuwerfen, kann man ihn als Dünger für Pflanzen nutzen.
Kaffeesatz enthält wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor und ist daher für viele Pflanzen ein idealer, natürlicher und nachhaltiger Dünger. Aber auch kalter Kaffee, den man nicht mehr trinken will, nutzen viele Menschen als Dünger. In diesem Artikel erfährst du, welche Vor- und Nachteile die beiden Methoden haben und worauf du bei der Anwendung achten solltest.
Kalter Kaffee oder Kaffeesatz als Dünger: Was ist besser?
Kaffee enthält wichtige Nährstoffe, die sich auch in handelsüblichen Düngern wiederfinden. Nun stellt sich die Frage: Nimmt man kalten Kaffee oder Kaffeesatz als Dünger? Welchen Kaffee nutzt man als Dünger?
Kaffeesatz eignet sich vor allem im Garten besser als kalter Kaffee, da er mehr Nährstoffe enthält und sie langsamer freisetzt. Zudem fördert er das Bodenleben und verbessert die Struktur. Säureliebende Pflanzen können sehr von ihm profitieren. Es kommt aber auf den Anwendungszweck an. Kaffeesatz enthält viel Stickstoff, kalter Kaffee eher Magnesium und Kalium.
Kalten Kaffee kann man ebenfalls verwenden, man sollte ihn aber mit Wasser verdünnen und nicht mehr als eine halbe Tasse pro Pflanze und Woche gießen. Denn die Flüssigkeit enthält zwar Nährstoffe, ist aber auch sehr sauer. Wenn der verdünnte Kaffee den Säuregehalt des Bodens leicht erhöht, kann das für Pflanzen gut sein, zu sauer sollte der Boden aber nicht werden.
Der Vorteil von kaltem Kaffee: Er eignet sich speziell für Zimmerpflanzen besser als Kaffeesatz. Denn Letzterer sollte in den Boden eingearbeitet werden. Streut man ihn einfach nur auf die Erde, zersetzt er sich sehr langsam und fängt teilweise auch an zu schimmeln, weil er beim Gießen immer wieder nass wird. Will man Kaffeesatz für Zimmerpflanzen verwenden, klappt das am besten beim Umtopfen. Hierbei arbeitet man ein paar Handvoll in die neue Blumenerde ein.
So düngt man mit Kaffeesatz
- Kaffeesatz sammeln: Der Kaffeesatz sollte gut abgekühlt und trocken sein. Bei feuchtem Kaffeesatz besteht die Gefahr, dass dieser schimmelt. Bestenfalls füllt man den Kaffeesatz in eine Schale oder ein Sieb und lässt ihn anschließend an der Luft trocknen.
- Menge: Die Menge des Kaffeesatzes sollte moderat sein, um eine Überdüngung des Bodens zu vermeiden. Für eine größere Gartenpflanze nimmt man ein paar Handvoll, bei kleinen Pflanzen reichen ein bis zwei Esslöffel.
- Einarbeitung in den Boden: Sobald man eine ausreichende Menge an Kaffeesatz gesammelt hat, kann man das trockene Pulver im Wurzelbereich der entsprechenden Pflanzen verteilen. Der Kaffeesatz sollte dabei nicht nur auf den Boden gestreut, sondern in die Erde eingearbeitet werden. Alternativ deckt man ihn mit Mulch ab. Das sorgt dafür, dass er sich besser zersetzt.
- Auswahl der Pflanzen: Außerdem ist es wichtig, den Kaffeesatz aufgrund des sauren pH-Werts nicht bei allen Pflanzenarten anzuwenden. Er eignet sich speziell für säureliebende Pflanzen.
Kaffeesatz als Dünger: Für welche Pflanzen eignet er sich?
Kaffeesatz ist ideal für das Düngen von Pflanzen, die einen sauren Boden benötigen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Hortensien
- Rhododendren
- Lilien
- Pfingstrosen
- Kamelien
Gleichzeitig ist Kaffeesatz ein hervorragender Dünger für einige Nutzpflanzen, wie zum Beispiel:
- Gurken
- Zucchini
- Tomaten
- Erdbeeren
- Heidelbeeren
Welche Pflanzen mögen keinen Kaffeesatz?
Daneben gibt es auch einige Pflanzen, die nicht von Kaffeesatz profitieren oder sogar Schaden nehmen können:
- Lavendel
- Salbei
- Thymian
- Zistrose
- Keimlinge
- Sämlinge
- Kakteen
- Fuchsien
- Rosen
Achtung: Bei der Anwendung von Kaffeesatz als Dünger ist es immer ratsam, sich vor dem Einsatz über die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen zu informieren und gegebenenfalls andere Düngemittel zu verwenden.
Vor- und Nachteile von Kaffeesatz für Pflanzen und Boden
Kaffee für Pflanzen geht mit verschiedenen Vor- und Nachteilen einher:
Vorteile
- Kaffeesatz enthält Stickstoff, Magnesium, Phosphor und Kalium. Diese sind wichtig für das Wachstum von Pflanzen. Gleichzeitig fördert Kaffeesatz die Mikroorganismen im Boden, die für die Gesundheit der Pflanzen notwendig sind. Kaffeesatz verbessert aber auch die Bodenstruktur, da dieser eine gute Quelle für organische Materie ist.
- Als Dünger kann Kaffeesatz den pH-Wert des Bodens senken und somit das Pflanzenwachstum begünstigen. Vor allem in sehr basischen Böden und bei kalkhaltigem Wasser kann Kaffeesatz den pH-Wert verbessern und den Boden düngen.
- Kaffeesatz fällt bei vielen Kaffeeliebhabern regelmäßig an und würde sonst nur weggeworfen. Eine Verwendung als Dünger ist somit ein sinnvoller Weg, um ihn weiterzuverwenden.
Nachteile
- Kaffeesatz ist kein richtiger Volldünger. Zwar ist viel Stickstoff enthalten, aber weniger Kalium und Phosphor. Eine Düngung mit Kaffeesatz ist deshalb besser als keine Düngung. Wenn man allerdings nur Kaffeesatz verwendet, führt das bei vielen Pflanzen zu einem Mangel an Phosphor und Kalium.
- Er muss sich erstmal zersetzen, damit die Nährstoffe freigesetzt werden. Somit erreicht er seine Düngewirkung erst über die Zeit. Wer schnelle Erfolge will, ist mit einem Flüssigdünger besser beraten.
- Eine Überdosierung von Kaffeesatz senkt den pH-Wert im Boden. Das kann sogar säureliebende Pflanzen schließlich beeinträchtigen.
Ist Kaffeesatz im Garten schädlich?
Einige Tiere und Insekten können durch Kaffeesatz abgeschreckt werden, beispielsweise Ameisen, Schnecken und Katzen. Das gilt insbesondere, wenn man den Kaffeesatz nicht einarbeitet, sondern lose auf der Erde verteilt. Der Geruch und die Struktur des Kaffeesatzes sind für diese Tiere potentiell unangenehm und können sie in die Flucht treiben.
Für Katzen und Hunde ist Koffein giftig. Koffein steckt auch noch im Kaffeesatz, rechnen kann man etwa mit bis zu acht Milligramm pro Gramm Kaffeesatz. Meist haben Hunde und Katzen kein Interesse daran, Kaffeesatz zu fressen. Sollten sie es trotzdem tun, ist eine Vergiftung prinzipiell möglich. Das kommt auf die verzehrte Menge und das Gewicht des Haustiers an.
Wann und wie häufig erfolgt die Düngung mit Kaffeesatz?
Kaffeesatz kann das ganze Jahr über als Dünger verwendet werden. Dieser eignet sich allerdings am besten in der Wachstumsperiode der Pflanzen. Die Häufigkeit des Düngens hängt von der Art der Pflanzen und der Menge des Kaffeesatzes ab.
Als Faustregel gilt: Kaffeesatz sollte bis zu viermal im Jahr in kleinen Mengen in die Erde eingearbeitet werden.

