
Für eine Kronprinzessin gehört das Repräsentieren, das Hände schütteln und das Interagieren mit vielen verschiedenen Menschen zu einer der Hauptaufgaben. Doch eine Erkrankung erschwert der Kronprinzessin von Schweden, Victoria, die Ausübung dieser Tätigkeit massiv.
Immer wieder gibt es Medienberichte über die Hürden, mit denen die 48-Jährige zu kämpfen hat. Wie bei ihrem Vater, dem König von Schweden, wurde auch bei Victoria eine Legasthenie, also eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, diagnostiziert. Auch eine Magersucht begleitete die Thronfolgerin jahrelang.
Auf offiziellen Terminen, wenn es heißt hunderte Menschen zu begrüßen und ihnen die Hand zu schütteln, darunter auch international bekannte Würdenträger, macht ihr aber vor allem eine andere Diagnose zu schaffen. Die Kronprinzessin leidet an Prosopagnosie. Dahinter verbirgt sich eine sogenannte Gesichtsblindheit. „Ich habe große Schwierigkeiten, mir Namen und Gesichter zu merken, und das ist in meinem Beruf natürlich ein großer Nachteil, weil ich sehr viele Menschen treffe“, erklärte sie vor einiger Zeit in einem schwedischen Magazin. Besonders herausfordernd werde es, wenn sich äußerliche Merkmale ändern, beispielsweise der Haarschnitt oder eine neue Brille. Weiter sagte sie: „Ich strenge mich unheimlich an, damit ich mir Namen und Gesichter merken kann. Aber sie wollen sich einfach nicht festsetzen.“
Betroffen von Gesichtsblindheit: Sogar Gesichter von Freunden und Familie können für Verwirrung sorgen
Die Technische Universität Dresden erklärt auf ihrer Webseite, bei der angeborenen Prosopagnosie haben Menschen mitunter sogar Probleme, sehr bekannte Gesichter zu erkennen. „So kann es sein, dass die Gesichter von Freunden, der Familie oder in einigen Fällen sogar das eigene Gesicht nicht erkannt werden.“ Die Krankenkasse AOK berichtet von einer Schätzung, wonach etwa zwei von 100 Menschen von einer Prosopagnosie betroffen sein könnten. Auch Schauspieler Brad Pitt erklärte in einem Interview vor einiger Zeit, sich Gesichter nur sehr schwer merken zu können.
Laut AOK achten Betroffene verstärkt auf Merkmale, wie den Gang, die Gestik, die Stimme oder die Art, wie sich Menschen kleiden, um den Gegenüber wiederzuerkennen.