
Beim Gedanken an die Alpen dürften die ersten Assoziationen für die meisten Menschen hohe Berge, kühle Temperaturen und verschneite Gipfel sein. Im Lesachtal im österreichischen Bundesland Kärnten bietet sich derzeit aber ein gänzlich anderes Bild. Laut übereinstimmenden Medienberichten stehen dort Stand Freitagnachmittag (24. April 2026) rund 70 Hektar Wald in Flammen. Bilder des Brandes gleichen einem Inferno.
Ausgebrochen war das Feuer den Informationen nach am Donnerstagabend. Das Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor meldet den Einsatzbeginn laut einem Facebook-Post für 21.21 Uhr. Aufgrund vorherrschender Trockenheit hätten sich die Flammen schnell ausbreiten können. In der Nacht mussten die Löscharbeiten zwischenzeitlich unterbrochen werden, zu gefährlich wäre die Arbeit für die Einsatzkräfte in der Dunkelheit gewesen. Die Flammen toben in steilem Gelände.
Wie der öffentlich-rechtliche Sender ORF weiter mitteilt, sei der Brand durch starke Winde immer weiter angefacht worden. Die betroffene Fläche habe sich bis zum Freitagnachmittag weit ausgedehnt. Die Feuerwehr spricht von 70 bis 80 Hektar.
Zahlreiche Feuerwehren und sechs Helikopter waren am Freitagnachmittag im Einsatz. Sogar das Bundesheer wurde zur Unterstützung hinzugezogen. Ebenfalls herausfordernd ist die Löschwasserversorgung am Berg. Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Gerd Guggenberger erklärte hierzu: „Mit drei Tanklöschfahrzeugen wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. Außerdem musste eine Zubringerleitung von rund vier Kilometern Länge verlegt werden, um Löschwasser an die Brandstelle zu befördern.“ Die Hubschrauber werden zur Unterstützung aus der Luft eingesetzt.
In den kommenden Tagen soll der Wind nun schwächer werden, was die Löscharbeiten erleichtern könnte. Der Standard berichtet unterdessen mit Verweis auf die Landesalarm- und Warnzentrale, dass der Einsatz wohl mehrere Tage lang dauern könnte.
Laut Bericht des ORF seien Menschen bisher nicht gefährdet worden. Die nächst gelegene Ortschaft, Xaveriberg, sei zwar von Rauch verhüllt, aber es bestehe keine akute Gefahr für die Anwohnenden. Den Flammen zum Opfer gefallen seien bisher vor allem Almflächen und Waldgebiete. Bernhard Knotz, Bürgermeister von Lesachtal, erklärte gegenüber dem Standard, dass das Feuer zeitweise nur 100 Meter von bewohnten Gebäuden entfernt gewesen sei.
Die Bundesstraße B111 zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau musste für den Verkehr gesperrt werden. Eine Umfahrung sei derzeit nur weiträumig über Osttirol möglich, teilt die Feuerwehr weiter mit. Über den Grund für den Waldbrand ist derzeit noch nichts kommuniziert.