
Es war eine für die Rückrunde von Rafael Lubach so sinnbildliche Aktion: Freistehend aus bester Einschussposition setzte der 21-Jährige die Kugel neben das Bielefelder Gehäuse. Damit vergab der Mittelfeldspieler in der Nachspielzeit die XXL-Gelegenheit auf den Nürnberger Auswärtssieg, der nebenbei gleichbedeutend mit dem Überschreiten der 40-Punkte-Marke gewesen wäre.
Hätte Lubach eine Torchance dieser Güteklasse auch in der Hinserie ungenutzt gelassen? Müßig zu beurteilen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Rückrunde bis dato kaum nach dem Gusto des U20-Nationalspielers verlaufen kann. Während der Start ins Kalenderjahr 2026 noch vielversprechend aussah, ist spätestens seit dem Gastspiel in Paderborn Anfang Februar ordentlich Sand im Getriebe. Durch seinen Platzverweis bei den Ostwestfalen war Lubach einen ganzen Monat lang zum Zuschauen verdonnert.
Trotz durchwachsener Rückrunde: Lubach vor dem Absprung?
Auch nach der (zu) üppigen Sperre tat sich der Mittelfeldmotor schwer. Zwar gelang ihm in Kiel eine Torvorlage, allerdings holte er sich gegen die Störche ebenso die fünfte Gelbe Karte ab. Nachdem Lubach in der Folge beim überzeugenden 3:0-Sieg über Kaiserslautern fehlte, fand er sich daraufhin in ungewohnter Funktion wieder: Zuletzt war der ehemalige Dortmunder dreimal in Serie kein Teil der Nürnberger Anfangsformation - zu wenig für die Ansprüche des Youngsters. Bleibt eine mögliche Abschiedstournee des hochveranlagten Achters somit ohne Happy End?
Für den kommenden Sommer nämlich ist der nächste Karriereschritt angedacht. Nach Informationen der BILD beschäftigen sich diverse deutsche Vereine mit dem variabel einsatzbaren Mittelfeldmann. Demnach soll etwa der SC Freiburg die Situation rund um Lubach beobachten. Auch der VfL Wolfsburg wird als möglicher Abnehmer genannt, wenngleich die Planungen bei den Niedersachsen ob der akuten Abstiegsgefahr kompliziert sind. Dass der technisch gut ausgebildete Lubach, der noch bis 2027 an den Club gebunden ist, noch immer einen Markt besitzt, ist aufgrund seiner Hinrunden-Leistungen wenig verwunderlich. So scheint eine Ablösesumme im mittleren einstelligen Millionenbereich nach wie vor denkbar.
Die Gründe für das FCN-Remis liegen tiefer
Aber zurück zum Nürnberger Remis auf der Bielefelder Alm: Selbstredend greift es zu kurz, den verpassten Dreier einzig Lubach in die Schuhe zu schieben. Vielmehr gab der Club seine Spielanteile im Laufe des zweiten Durchgangs scheinbar bereitwillig an die Arminia ab. Die agierte zwar über weite Strecken uninspiriert, während die Franken konzentriert verteidigten. Angesichts der nur knappen Führung jedoch genügte eine Unaufmerksamkeit in der FCN-Defensive, um die drei Punkte aus der Hand zu geben.
„Da habe ich mich falsch entschieden, weil ich rausgegangen bin“, nahm Innenverteidiger Fabio Gruber den Freistoß-Gegentreffer auf seine Kappe. „Dadurch geht die Lücke auf.“