
„Wenn man ihn kaltstellt, sieht es so aus, als würden wir keinen Stich mehr machen - was absolut nicht der Fall ist“, wies Club-Coach Miroslav Klose die Nachfrage eines Medienvertreters entschieden zurück. Dieser hatte vor dem Heimspiel gegen Dresden in den Raum gestellt, dass das Nürnberger Offensivspiel von einem einzelnen Akteur abhängig sei: Mohamed Ali Zoma.
Auch 180 Spielminuten später jedoch scheint der Hinweis berechtigt. Zwar erwischte Zoma - wie auch das Gros seiner Mitspieler - noch gegen Dynamo einen eher gebrauchten Arbeitstag, in Bielefeld aber war der 22-Jährige in gewohnter Manier wieder zur Stelle. Früh besorgte er nach Zuspiel von Adam Markhiyev die FCN-Führung, die immerhin bis in die 81. Minute Bestand hatte. Zu diesem Zeitpunkt stand der pfeilschnelle Angreifer schon lange nicht mehr auf dem Feld: Wegen Adduktorenproblemen war Zomas Auftritt bereits nach gut 20 Minuten beendet.
Ist der Club von Zoma abhängig?
In der restlichen Spieldauer zeigte sich zudem recht gut, welchen immensen Wert der aus der Serie C gekommene Sommerneuzugang für die Franken besitzt. Gerade in Halbzeit zwei, als die Nürnberger Verteidigungslinien immer tiefer fielen, gelangen der Klose-Elf nur noch selten längere Entlastungsphasen. Stattdessen war das Spielgerät kurz nach Ballgewinn meist auch schon wieder verloren. Nur 29 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von lediglich 56 Prozent spiegeln die zahlreichen Unzulänglichkeiten an der Kugel treffend wider. Ein Spieler wie Zoma, der lange Zuspiele verarbeiten kann und mit seinen Tiefenläufen eine ständige Bedrohung für die gegnerische Abwehrkette darstellt, hätte hier womöglich Abhilfe schaffen können.
So wird man beim Club die Daumen drücken, dass die Adduktorenbeschwerden des Torjägers nicht von Dauer sind - ist die fränkische Abhängigkeit doch schwer von der Hand zu weisen. An 16 von 39 Saisontoren war Zoma direkt beteiligt. In der Rückrunde hatte der dribbelstarke Offensivmann nun sogar bei der Hälfte der Nürnberger Treffer seine Finger mit im Spiel. Auch der Umstand, dass die Klose-Elf noch nie verloren hat, wenn dem Angreifer ein Scorerpunkt gelingt, spricht Bände. Fast könnte so bisweilen der Eindruck erweckt werden, der FCN würde ohne das Zutun seines Top-Stürmers kaum einen offensiven Stich machen.