Nürnberg - Eine Aussage von Günther Jauch in „Wer wird Millionär“ sorgt für Kritik in den sozialen Medien. Tierschützer Malte Zierden reagiert mit deutlichen Worten - und macht dem Moderator einen ungewöhnlichen Vorschlag.

Nachdem bei der Quizsendung „Wer wird Millionär“ am Wochenende erstmals seit über drei Jahren wieder die Eine-Million-Euro-Frage gespielt wurde, sorgt Moderator Günther Jauch in der Folge am Montag (14. April) bereits bei einer zunächst unscheinbaren 125.000-Euro-Frage für Schlagzeilen.

Gesucht wurde ein aus Asien eingeschleppter Hautpilz, der eine tödliche Bedrohung für die in seinem Namen genannten Tiere darstellt. Unter den Antwortmöglichkeiten „Wespenjäger“, „Rattenfänger“, „Salamanderfresser“ und „Taubentöter“ blieb Jauch bei letzterer hängen. Beim Vorlesen dieser Option jubelte er laut und rief: „Es kann nur C sein. Es muss C sein. Ich kaufe alle Bestände auf.“ Er macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber Tauben und bezeichnet die Tiere als „Ratten der Lüfte.“

„Herr Jauch, das ist so falsch“: Tierschützer Malte Zierden appelliert auf Instagram

„Was war das bitte?“, fragt Tierschützer Malte Zierden daraufhin bestürzt in einem Video auf Instagram und greift die Szene aus der Quizsendung auf. Der Aktivist, der sich selbst humorvoll als „Präsident der Tauben“ bezeichnet, widerspricht Jauchs Darstellung entschieden: „Nein, Herr Jauch. Ich weiß nicht mal, wo ich anfangen soll. Das ist so falsch.“ Tauben seien keine Schädlinge, sondern „obdachlose Haustiere“.

Auch der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass Stadttauben domestizierte Tiere sind. Sie stammen von gezüchteten Haustauben ab, die über Jahrtausende vom Menschen gehalten wurden. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Haltung weitgehend aufgegeben, viele Tiere wurden ausgesetzt und sich selbst überlassen.

„Tauben waren mal Teil von uns. Sie lieferten unsere Liebesbriefe, waren Kriegshelden. Wir haben sie von uns abhängig gemacht (...) und dann wurden sie ersetzt und zurückgelassen“, erklärt Zierden sichtlich bewegt in seinem Video. Abwertende Aussagen, so seine Kritik, verstärken nur weiter das negative Bild der Tiere - mit der Folge, dass viele davon vertrieben, ausgehungert oder getötet würden.

„Taube gut, alles gut“: Malte Zierden macht überraschenden Vorschlag

Gleichzeitig betont Zierden, dass sich seine Kritik nicht gegen Jauch persönlich richte. „Er sagt nur laut, was viele denken - und genau das ist das Problem.“ Den Moderator schätze er grundsätzlich sogar sehr.

Die Aufmerksamkeit wolle er dennoch nutzen und richtet einen Vorschlag an Jauch: „Vielleicht unter Umständen darf ich in ihre Sendung kommen und um die Millionen spielen - komplett für die Tauben.“ Sämtliche Gewinne möchte er vollständig an Taubenschutzorganisationen spenden. Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: „Ich fliege wahrscheinlich schon bei 500 Euro raus.“

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Eine Reaktion von Jauch steht bislang aus. Zierdens Video wurde jedoch innerhalb eines Tages bereits mehr als 1,9 Millionen Mal aufgerufen. Er selbst zeigt sich optimistisch und verabschiedet sich mit den Worten: „Taube gut, alles gut“.

Bester Taubenfreund Oßkar

Der 33-jährige Malte Zierden zählt mit rund 1,2 Millionen Followern zu den bekanntesten Tieraktivisten Deutschlands. Größere Aufmerksamkeit erhielt er unter anderem durch seine ungewöhnliche Freundschaft mit einer Stadttaube namens Oßkar, die regelmäßig an seinem Badezimmerfenster auftauchte. Mit viel Geduld erarbeitete er sich das Vertrauen der Taube und richtete ihr ein regelrechtes Wohnzimmer auf seiner Fensterbank ein - inklusive Parkettboden, Lichterkette und Teppich.

Was zunächst als unterhaltsamer Social-Media-Content begann, entwickelte sich zunehmend zu Aufklärungsarbeit über das Leben von Stadttauben, an der er seine Community teilhaben ließ. Darüber hinaus reist Zierden regelmäßig ins Ausland, auch in Krisengebiete, um dort Hunde zu retten.