Nürnberg - In Zusammenarbeit mit der Telekom und SAP soll eine neue App in Deutschland auf den Markt gebracht werden. Diese könnte Behörden-Gänge deutlich erleichtern.

Wer kennt es nicht: Behördengänge, zahlreiche Dokumente auf Papier gedruckt, keine Übersicht - ist das bald Geschichte in Deutschland? Während andere europäische Länder bereits auf Apps setzen, ist die Bundesrepublik bislang noch wenig digital unterwegs, wenn es um offizielle Dokumente geht. Das könnte sich aber bald ändern.

Wie zuerst das Portal Handelsblatt berichtete, wurden SAP und die Deutsche Telekom damit beauftragt, eine neue Bürger-App zu entwickeln. Denn: Der Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat es nun offenbar eilig, die deutsche Verwaltung zu digitalisieren.

Hintergrund zu dem neuen Vorhaben ist, dass Bürgerinnen und Bürger in Zukunft über eine App zentralen Zugang zum Staat haben, Termine buchen, Anträge stellen und mit Behörden interagieren können, heißt es in dem Bericht des Portals. Laut heise.de sollen Bürgerinnen und Bürger zudem über die App ihre Identität verifizieren und Informationen abrufen können. Dafür sollen die beauftragten Unternehmen „Prototypen einer ‚KI-basierten Verwaltungs-App‘ entwickeln“. Der Auftrag dafür soll allerdings erst nach der Entwicklung der Prototypen final ausgeschrieben werden - und die App dann den Namen „Deutschland-App“ tragen. Ob es später offiziell bei diesem Namen bleiben wird ist aber noch unklar.

Unmut durch vorherige Entwicklungen - weiteres Unternehmen soll nun unterstützen

Laut Handelsblatt entwickelten die beiden auserkorenen Unternehmen bereits die Corona-Warn-App, die entstandenen Kosten lagen dabei bei mehr als 200 Millionen Euro. Das sorgt nun aber für Unmut in der Digitalbranche, da die Entwicklung dieser App „wahrlich kein Glanzstück“ bedeutete, schreibt ntv. Bei der Entwicklung der „Deutschland-App“ soll nun auch die Heilbronner Schwarz-Gruppe „Technologie ihres Wire-Messengers zuliefern“, berichtet ntv weiter.

Einem Bericht von heise.de zufolge soll die App dann in den Pilotkommunen Hamburg, Dresden, Nürnberg und Wiesbaden sowie außerdem bei der Bundesagentur für Arbeit getestet werden. Erst danach solle die schrittweise Einführung erfolgen - eine Nutzung bleibe aber freiwillig. „Es geht nicht darum, dass der Staat alles weiß, sondern dass jeder selbst entscheiden kann, wie er die digitalen Dienste nutzt“, sagte Wildberger bei einer Konferenz im Februar. Noch im April soll ein erster Prototyp seitens der Telekom vorliegen, schreibt heise.de.