Berlin - Die Revo Hospitality Group, eine große Hotelbetreibergruppe, muss für einen Großteil ihrer Gesellschaften Insolvenz beantragen. Erste Häuser mussten bereits geschlossen werden. Ist der gebuchte Urlaub nun in Gefahr?

Die Revo Hospitality Group ist ein Gigant unter den Hotelbetreibern. Zahlreiche bekannte Namen, darunter ausgewählte Häuser von Steigenberger, Novotel, Ibis Styles, IntercityHotel und Raddisson Individuals gehören zu der Gruppe. Doch es gibt schlechte Nachrichten für einen Teil dieser Standorte.

Anfang des Jahres hat die Revo Hospitality Group für rund 140 ihrer Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin eingereicht. Konkret betroffen sind laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) 125 Hotels mit etwa 5500 Mitarbeitenden in Deutschland und Österreich. Doch was bedeutet das für die Beschäftigten und für Reisende?

Zunächst hieß es von Seiten der Betreibergesellschaft bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens, dass die Häuser weitergeführt werden und Gehälter weiter bezahlt werden sollen. Mit dem Verfahren bestünden zudem gute Aussichten auf eine schnelle Sanierung und eine Fortführung der Gesellschaften, teilt der Rechtsanwalt Gordon Geiser gegenüber der dpa mit.

Ein wesentlicher Grund für die Insolvenz sei die starke Expansion der vergangenen Jahre gewesen. Seit 2020 ist die Zahl der zur Gruppe gehörenden Hotels den Angaben zufolge von damals 51 auf inzwischen rund 250 gestiegen. „Die Akquisition der neuen Hotels war mit erheblichen Kosten verbunden“, teilte das Unternehmen gegenüber der dpa mit. „Andererseits stiegen die Übernachtungszahlen nicht wie erwartet, und auch der geplante Umsatz für 2025 wurde nicht erreicht.“ Man sei nun auf der Suche nach internationalen Investoren. Mit neuen Geldgebern könnte der Betrieb dann weitergeführt werden. Laut einem Bericht der WirtschaftsWoche interessieren sich wohl über 100 Investoren für die in Schieflage geratenen Gesellschaften.

Wie das Portal reisereporter berichtet, mussten einzelne Häuser aber mittlerweile in ein reguläres Insolvenzverfahren überführt werden. Standorte wie das Aedenlife Hotel & Resort Rügen, das Centro Hotel Goya Wolfsburg, das Centro Hotel National Frankfurt und das Mövenpick Hotel Frankfurt City sind offenbar geschlossen. Zimmer lassen sich in diesen Häusern derzeit nicht buchen. Ob dieses Schicksal noch weiteren Standorten unmittelbar bevorsteht, ist derzeit unklar. Reisende sollten ihre Buchung und Informationen zum Hotel im Idealfall regelmäßig prüfen.

Die Revo Hospitality Group betreibt eigenen Angaben zufolge unter eigenen Marken sowie als Franchisenehmer großer Hotelketten insgesamt 250 Hotels in 135 Städten in zwölf europäischen Ländern.