
In den USA selbst gibt es nahezu kein Vorbeikommen an der Tex-Mex-Kette Taco Bell, wenn man Lust auf Tacos, Burritos oder Quesadillas hat. Seit 60 Jahren bestehen das Unternehmen und seine ersten Restaurants. Was zunächst kursierte, wird nun, Ende August 2026, konkret: Der neue Markteintritt ist eine Tatsache. Nachdem es bereits weltweit mehr als 9000 Filialen gibt, soll jetzt nach Deutschland expandiert werden. Offenbar soll es schnell gehen, die ersten Standorte in der Bundesrepublik stehen schon fest. Die ersten öffentlich zugänglichen Restaurants der Kette in Deutschland sollen schon in wenigen Wochen in Bayern eröffnen.
Wie unter anderem noz.de oder bild.de berichten, gab es Differenzen mit dem Franchisenehmer Ilkem Sahin, es wurde von dubiosen Geschäftspraktiken und sogar veruntreuten Geldern gesprochen. Der Taco Bell-Mutterkonzern Yum! Brands, in dessen Portfolio auch KFC und Pizza Hut stehen, trennten sich von Sahin – die ursprünglichen Pläne, bereits 2024 Fuß im deutschen Markt zu fassen, waren damit geplatzt. Im Mai 2025 stoppte das Unternehmen die Offensive. Nun folgt ein erneuter Anlauf.
Taco Bell in Deutschland: Der neue Anlauf startet in Bayern
Beim aktuellen Deutschland-Projekt setzt Taco Bell inzwischennach den vorliegenden Berichten nicht auf einen einzigen Master-Franchisenehmer für das gesamte Land, sondern auf regionale Partner für einzelne Gebiete. Für Bayern ist die Lehmann Hotel und Gaststätten Holding GmbH mit Sitz in Ebersberg zuständig. Die Holding gibt an, die exklusive Gebietslizenz für den Freistaat zu halten.
Gegenüber bild.de sagte Taco Bell-Sprecher Richard Villagomez im Frühsommer 2026: „Ich kann bestätigen, dass Taco Bell noch in diesem Jahr in Deutschland eröffnen wird. Wir planen Restaurants in Städten wie Frankfurt, Stuttgart und Köln. Weitere Details zu zusätzlichen Städten, der Anzahl der Restaurants, dem Eröffnungstermin und den Franchisepartnern werden in einer späteren Mitteilung bekannt gegeben.“ Inzwischen sind diese Angaben aus der früheren Planungsphase überholt, der inzwischen konkretisierte Start erfolgt nach aktueller Informationslage in Bayern – mit zwei Restaurants in München.
Demnach hat der Gastronom Christian Lehmann die Pachtverträge für die beiden Münchner Standorte unterzeichnet. Die Verträge betreffen München-Riem und München-Freiham. Damit ist die Standortsuche für die ersten beiden frei zugänglichen Taco-Bell-Restaurants in Deutschland weitgehend abgeschlossen.
Für die Eröffnungen ist derzeit ein Zeitfenster im Herbst 2026 bekannt. Nach Angaben der Lehmann Holding sind die beiden Starts konkret für September und Oktober 2026 geplant. München-Riem soll demnach zuerst eröffnen, München-Freiham einen Monat später. Ein exaktes Eröffnungsdatum steht noch nicht fest.
Mit den beiden Restaurants wäre Taco Bell erstmals in Deutschland außerhalb von US-Militärstandorten regulär für die breite Öffentlichkeit erreichbar. Bislang gibt es hierzulande zwar vier Filialen der Kette – sie befinden sich jedoch auf den US-Militärbasen in Grafenwöhr, Wiesbaden, Ramstein-Miesenbach und Spangdahlem.
Nürnberg wird als Taco-Bell-Standort nun ausdrücklich genannt
Die Infrastruktur für Bayern soll Informationen von bild.de Unternehmer Christian Lehmann aus München aufbauen: „Für Bayern sind mindestens 15 Standorte in den nächsten fünf Jahren geplant“, stellt er dem Medium gegenüber in Aussicht. Neben München werden nun ausdrücklich Nürnberg und Passau als weitere Zielstädte genannt. Nach Angaben des Unternehmers gibt es für diese beiden Städte bislang jedoch weder öffentlich bestätigte Adressen noch konkrete Eröffnungstermine.
Die Auswahl der beiden Münchner Standorte folgt nach Darstellung des Betreibers einer unterschiedlichen Logik: Riem soll mit Einkaufszentrum und Messestandort kurzfristig viele Besucher erreichen. Freiham soll als wachsendes Wohnquartier langfristig zusätzliche Nachfrage schaffen.
Ob auf die beiden Münchner Restaurants tatsächlich der geplante Ausbau nach Nürnberg, Passau und in weitere bayerische Städte folgt, dürfte maßgeblich vom Start im Herbst abhängen. Für Taco Bell geht es damit nicht nur um zwei neue Restaurants, sondern um den ersten öffentlich sichtbaren Test des Deutschland-Geschäfts.
Warum der erste Versuch für Taco Bell in Deutschland scheiterte
Dass Taco Bell sich verstärkt in Europa ausdehnen will, ist nicht neu. Im März 2026 hielt Ian Cranna, General Manager von Taco Bell Europe, bei der „Food To Go Conference“ in London einen Vortrag. Er sagte: Die Marke sei sehr daran interessiert, in weiteren europäischen Märkten zu expandieren, da es auf dem gesamten Kontinent klare Hinweise für eine starke Nachfrage gebe. „Deutschland stellt eine spannende Chance für Taco Bell dar. (…) Mit einer ausgeprägten Esskultur und einer wachsenden Nachfrage nach hochwertigen Geschmackserlebnissen sind wir überzeugt, dass die Marke bei deutschen Verbrauchern großen Anklang finden wird“, zitiert ihn die Bild.
Ein paar wenige Filialen des Tex-Mex-Schnellrestaurants gibt es bereits in Deutschland, allerdings befinden sich Taco-Bell-Filialen nur in Kasernen der US-Armee, zum Beispiel in der US-Garnison in Wiesbaden, in Spangdahlem oder auf dem Stützpunkt Ramstein - und sind damit bislang nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
Taco Bell gibt es seit 1962, das Unternehmen wurde in Kalifornien gegründet. Neben den Filialen quer durch die USA werden auch Standorte in 30 weiteren Ländern betrieben, darunter Spanien, Großbritannien oder Italien. 2025 erwirtschaftete Taco Bell etwa 18,3 Milliarden US-Dollar, bei McDonald‘s waren es 27 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Jahr 2025 hat der US-Fastfood-Riese auch Fuß in Schweden gefasst. Zur Filialeröffnung im November bildeten sich lange Schlangen vor dem Geschäft. In Schweden gibt es aktuell vier Restaurants, darunter zwei in Stockholm, eine in Farsta und eine in Täby.
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