Nürnberg - Start in die Freiluftsaison mit einem Jubiläum: Im Nürnberger Süden wird bald zehn Jahre Z-Bau-Biergarten gefeiert – mit Musik, Familienprogramm, (veganem) Essen, kühlen Getränken und einer Aftershow-Party.

Bereits im Oktober 2025 beging der Z-Bau in Nürnbergs Süden sein zehnjähriges Bestehen. In der Frankenstraße wurde groß gefeiert. Aus der ehemaligen Kaserne war 2015 ein Kulturzentrum geworden. Jetzt wird nochmals groß gefeiert: Denn in diesem Jahr gibt es auch den legendären und beliebten Biergarten des Z-Baus seit einer ganzen Dekade.

Das Gebäude aus den roten Ziegelsteinen hat eine lange Geschichte: Das soll man dem Z-Bau im Nürnberger Stadtsüden auch anmerken. Seit inzwischen zehn Jahren ist wieder Leben in der ehemaligen Nazi-Kaserne – Anfang Oktober wurde dieses Jubiläum groß gefeiert. Das alte Ziegelstein-Gebäude ist längst ein Hort für zeitgenössische Kunst und Kultur jeder Art geworden.

Tagsüber werden die Räume im oberen Stockwerk des großen Gebäudes mit 5500 Quadratmetern bespielbarer Fläche von Künstlern als Ateliers benutzt - als Tonstudios, Werkstätten oder Projektbüros, wie das der Graffiti-Akademie Style Scouts. Als feste Instanz hat sich der Kunstverein Hintere Cramergasse (KV) auf dem Gelände eingenistet, der bereits seit 1975 für Subkultur arbeitet – auch gibt es immer wieder Ausstellungen von Schülern der Akademie der Bildenden Künste. Was nur wenige wissen: Neben Band-Räumen mit Übernachtungsmöglichkeiten besteht in den Gängen des Kulturzentrums auch eine Mikrobrauerei, in der das beliebte Z-Bräu in geringer Auflage produziert wird.

„Wir wollen kulturellen Freiraum schaffen – für Veranstaltungen, für Kreative aller Art oder auch nur zum Basketballspielen“, sagte Andy Wallner, der fürs Programm verantwortlich zeichnet und stellvertretender Geschäftsführer ist, bereits vor gut zehn Jahren in einem Interview mit der Redaktion. Es sei ein Haus, „eine Spielwiese“ für Gegenwarts- und Popkultur, „die wir fördern wollen“. Es gibt „viel Platz und viele Möglichkeiten, die die verschiedenen Sparten ausschöpfen können“.

Der Z-Bau-Biergarten ist längst zur Institution in der Stadt geworden

Auch der weitläufige Außenbereich mit Biergarten und dem Nordgarten hin zur Frankenstraße sind Teil dieser künstlerischen Spielwiese: Im Biergarten legen DJs in lauen Sommernächten auf, es gibt aber auch ein modernisiertes Bingo, beispielsweise. Abends treffen hier Biergartenhocker mit Freunden von Flohmärkten oder Lesungen, Punks, Anhängern von Techno-Veranstaltungen oder Konzertbesuchern zusammen.

Zur Eröffnung in diesem Jahr am Samstag, 25. April, gibt es diesmal einen besonders lauten und kräftigen Tusch. Denn es wird nicht nur die Sommerfläche für 2026 zelebriert, sondern auch das zehnte Jahr des Freiluftvergnügens. 2016 wurde die ehemalige Asphaltfläche in eine grüne Oase verwandelt und sorgt seitdem für buntes Kulturprogramm während der Sommermonate. Der Eintritt für die Startschusssause ist frei.

Am 25. April öffnet der Biergarten um 15 Uhr, in gewohnt entspannter Atmosphäre für die kommenden fünf Monate. Um 15.45 Uhr beginnt das Programm für kleine Biergartengäste und ihre Familien: Das Theater vom Rabenberg spielt auf der Biergartenbühne das Figuren-Stück „Pettersson und Findus – Eine Geburtstagstorte für die Katze“ – passend zum Biergarten-Jubiläum eine liebevolle Geschichte über Geburtstage, Freundschaft und eine besondere Torte.

Ab 17 Uhr sorgen DJs für die musikalische Untermalung des Frühsommerabends: Looshyaw beispielsweise bringt in ihrem musikalischen Picknickkorb HipHop, Rap und Neo Soul auf die Bühne mit.

Auch kulinarisch startet der Biergarten wieder in die Saison: Das ImbiZ-Team bereitet Veganes in der Z-Bau-Küche zu – von herzhaften Klassikern bis kreative Neuinterpretationen. Auch das Souvlaki-Mobil ist wieder bei der Biergarteneröffnung vor Ort und versorgt hungrige Gäste. Auch dabei: Der kleine Veganer, der KV mit seinem beliebten Grillstand und das Z-Bräu. Gemäß fränkischer Biergartentradition dürfen sich alle Gäste ihre eigene Brotzeit mitbringen und unter den Sonnenschirmen genießen.

Ab 22 Uhr zieht die Party ins Innere des Z-Baus: In der Galerie klingt der Abend beziehungsweise die Nacht mit einer Aftershow-Party und drei DJs aus. Während der Eintritt zum Tagesprogramm kostenlos ist, fallen für die Aftershowparty fünf Euro Eintritt an der Abendkasse an.

Wie hat der Z-Bau-Biergarten im Sommer 2026 geöffnet?

Nach seiner Eröffnung kannst du den Z-Bau-Biergarten in diesem Sommer immer mittwochs bis sonntags (bei gutem Wetter) ab 17 Uhr besuchen. An den weiteren Tagen, also von Sonntag bis Dienstag, gibt es dort Programm und Sonderformate wie Lesungen, Konzerte oder kleine Festivals, für die ein Eintritt anfällt.

Finaler Biergartentag ist alljährlich der 2. Oktober.

Kaserne wird Kulturzentrum: Die Geschichte des Z-Baus in Nürnberg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal von den Amerikanern als Stützpunkt genutzt, bis 1991 der letzte Soldat die „Merrell Barracks“ verließ. 2000 zog die Kultur in den denkmalgeschützten Z-Bau: Kollektive und Vereine bespielten ihn bis 2011. Darunter auch der Kunstverein Hintere Cramergasse (KV) sowie der Zoom Club. Als die Zwischennutzung 2011 nicht verlängert wurde, gab die Stadt Studien in Auftrag, um die Zukunft als Kulturort zu beschreiben.

Nach Überprüfung des Konzeptes und Zustimmung des Nürnberger Stadtrates gründete sich 2014 die GkF, die Gesellschaft für kulturelle Freiräume. Sie besteht aus dem Kunstverein Hintere Cramergasse, der Musikzentrale Nürnberg und der Stadt. Die Stadt ist Förderer des Z-Bau, der aber ist „parteipolitisch unabhängig“. Es sei ein „ungewöhnliches Konstrukt“, nonprofitär und gemeinwohlorientiert.

2016: Asphaltfläche mit grüner Hügelwiese wird zum Biergarten

2016 wurde das Areal weiter ausgeschöpft: Das Team hübschte die Asphaltfläche vor dem hinteren Eingang des Kulturzentrums, baute Bierbänke, eine Ausschank-Hütte sowie Sonnenschirme, Liegestühle sowie eine Bühne auf. Im Nordgarten, der nicht für Events genutzt wird, ist ein gemeinschaftlicher (Nutz-)Garten entstanden, an dem man sich nach Rücksprache mit dem Team beteiligen kann. Ein offenes Treffen gibt‘s immer mittwochs ab 17.30 Uhr.

Im Frühjahr 2017 stand der zweite Teil der großen Z-Bau-Sanierung an, die 2012 begonnen und 2015 zu Ende war. Bis 2019 sollte warme Gastronomie das Arbeits- und Feiervolk tagsüber und auch nachts versorgen, außerdem waren Probenräume im Keller geplant oder der Ausbau des Saals, der die Akustik eines Konzertsaals sowie die Technik samt Lüftung dafür umschloss. Seit einigen Jahren ist der große Saal voll nutzbar.

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